Donnerstag, 8. September 2016

Elhamdullilah! Er ist da!

Genau vier Wochen nachdem ich meinen Passat in den Container gestellt hatte, konnte ich ihn gestern schließlich glücklich wieder in Empfang nehmen. 10 Tage war er im Hafen in Alexandria gestanden bis das Einfuhrprozedere abgeschlossen war. Das klingt zunächst mal nach einer langen Zeit, in der ich mich auch immer wieder mal gefragt habe, was da eigentlich so vor sich geht. So ganz herausfinden konnte ich das nicht, allerdings sind 10 Tage unter den gegebenen Umständen schon ziemlich gut. Ich selbst musste, beziehungsweise durfte da gar nicht so viel tun. Das Ganze wurde vom Behördenbeauftragten meines Arbeitgebers koordiniert, die Arbeit im Zoll haben wir an eine externe Firma übergeben.
Wieso aber sind 10 Tage jetzt eigentlich ganz schön gut? Europa hat viele Jahre lang seine alten und schrottreifen Autos nach Afrika entsorgt. In vielen afrikanischen Ländern gibt es mittlerweile Gesetze, welche die Einfuhr von alten Autos untersagen. Das trifft auch auf Ägypten zu. Und mit dreißig Jahren fällt mein Passat ganz klar in diese Kategorie. Das war die erste Hürde. Die zweite Hürde war, dass bei der Einfuhr von Autos eigentlich horrende Zollgebühren und Importsteuern anfallen. Diese beiden Klippen galt es zu umschiffen. Legal wohlgemerkt, denn ich bin ja hier als Vertreter der Bundesrepublik entsandt. Und genau unter dieser Maßgabe geht das auch. Durch ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ägypten ist es möglich, dass Deutsche, die im Bildungssektor tätig und offiziell entsandt sind, für die Dauer ihrer Tätigkeit von den strengen Auflagen befreit sind. Einziger "Haken" an der Sache: das Fahrzeug ist dann personengebunden und darf nur vom Besitzer gefahren werden. Außerdem muss es nach Ende des Vertrags wieder ausgeführt werden.
Was jetzt in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis mit jeder Menge Papierkram verbunden. Zunächst brauchte ich mal eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Dann musste eine Bescheinigung erstellt werden, dass ich die Voraussetzungen für die zollfreie Einfuhr erfülle. Da waren dann auch die Fahrzeugdaten enthalten. Das Ganze musste von der Deutschen Botschaft und vom ägyptischen Außenministerium bestätigt werden. So wie ich das verstanden habe, war da irgendein Fehler drin und so musste das Ganze nochmal durch alle Instanzen.
Probleme gab es auch auf Seiten der Reederei und der Spedition. Zunächst waren das Fahrzeuggewicht und das Gewicht des Umzugsguts im Bill of Lading nicht getrennt aufgeführt. Ohne das war der Zoll nicht gewillt, den Container zu öffnen. Die Zeit drängte, denn nach einer Karenzzeit von 4 Tagen fallen für jeden Tag, an dem der Container im Hafen steht, Liegegebühren in Höhe vom 100 Dollar an. Das Problem war aber jetzt, dass hier das Wochenende anders fällt als bei uns. Nach einigem hin und her konnte das Bill of Lading dann geändert werden. Hier hatten wir auch noch Glück, denn der Zoll hat eine Kopie akzeptiert. Hätte er auf das Original bestanden, hätte sich das Ganze noch weitaus länger hingezogen. Als die Arbeit dann wirklich hätte beginnen können, gab es schon das nächste Problem. Der Container war von der Reederei nicht freigegeben. Das erfolgt normalerweise, wenn das originale Bill of Lading bei mir eintrifft. Aber das war ja nicht der Fall, also war der Container blockiert. Einige Anrufe bei der Spedition, unter anderem mit tatkräftiger Hilfe von Olaf  konnten dieses Problem dann relativ schnell lösen. Jetzt hätte das dann aber wirklich losgehen können, wäre da nicht der Fehler in besagter Bescheinigung gewesen. Da waren bereits vier Tage vergangen und ich wusste schon, dass die eigentliche Zollprocedur weitere vier Tage dauern würde. Außerdem brauchte ich meinen Pass, denn ich fliege dieses Wochenende nach Deutschland. Dementsprechend erleichtert war ich dann, als ich am Montag erfuhr, dass ich am Mittwoch zusammen mit einem Mitarbeiter unseres Behördenbüros nach Alexandria fahren und das Auto abholen konnte. Endlich!
Also ging es frühmorgens mit dem Zug von der Ramsis Station im Zentrum Kairos los. Alleine da könnte ich jetzt schon einen eigenen Beitrag schreiben. Da ging es zu, das kann man sich gar nicht vorstellen. Und dann kommt man nach der Sicherheitskontrolle rein und fällt erstmal aus den Latschen, so prunkvoll wie der ist. Da muss man in Deutschland lange nach was Vergleichbarem suchen.

                 
Zugfahren in Ägypten ist so ne Sache. Ich zitiere da mal gerne das Auswärtige Amt.

Das ägyptische Schienennetz ist teilweise veraltet. Es kommt immer wieder zu schweren Unfällen mit Toten. Der Zugverkehr ist stark eingeschränkt. Mit kurzfristigen Zugausfällen ist insbesondere auf Nebenstrecken zu rechnen. Vor diesem Hintergrund sollten Überlandfahrten auf der Schiene - mit Ausnahme der Schnellzüge zwischen Alexandria und Kairo - so weit wie möglich vermieden und wo möglich auf Flugverbindungen zurückgegriffen werden.

Klare Worte. Und wer die Züge sieht, kann die Ansicht des Auswärtigen Amtes kaum vom Tisch wischen. Die sind schon ziemlich alt und marode. Da gehen dann die Türen auch nicht zu und wenn der Zug nicht zu schnell fährt oder wenn man gerade näher an der Wohnung vorbeifährt als der Weg vom Bahnhof ist, dann kann man da auch mal aus- oder zusteigen. An dem Tag als wir gefahren sind, hat sich dann auch ein tragisches Zugunglück ereignet.

   
Da wir allerdings mit dem Zug von Kairo nach Alexandria wollten, bin ich relativ beruhigt gefahren. Der war richtig gut. Mit einem tollen Bordservice.


In Alexandria angekommen, hieß es dann erst mal warten. Das Auto war noch nicht "fertig". Also sind wir erst einmal ein bisschen ans Meer.


Alexandria ist ganz anders als Kairo. Ruhiger, sauberer, es erinnert ein bisschen an Südeuropa.

 
Wir wurden dann immer wieder vertröstet. Aus ein Uhr wurde 2. Aus 2 Uhr wurde drei. Jetzt ist der Angestellte der externen Firma mit dem Auto unterwegs. Dann doch wieder nicht, dann in 10 Minuten.
Wir haben uns die Zeit dann in einem Wasserpfeifencafe vertrieben. Ich denke, meinen Gemütszustand kann man da ganz gut erkennen.

 
Dann endlich um halb vier kam der erlösende Anruf. Der Mitarbeiter der Importfirma ist so gut wie da. Wir sollen an die Straße kommen, dann können wir ihn bald sehen. Ok, es hat dann noch einen guten Kilometer Fußmarsch gedauert, Straße ist halt irgendwie nicht wirklich Straße. Aber dann war es endlich so weit. Hinter einer Reihe parkender Minibusse stand er dann.



Das war dann schon echt ziemlich cool! Kurzer Check. Scheint alles in Ordnung zu sein. Der Mitarbeiter hat dann noch gemeint, ich soll auf meine Lichter gut aufpassen, die könnte man hier nicht kriegen und zeigt einmal im Kreis auf die Frontscheinwerfer und Heckleuchten. Plötzlich zuckt er zusammen. Da hat wohl jemand Mist gebaut.

  
Das will natürlich mal wieder keiner gewesen sein. Und das war nicht ganz der Plan, als ich mich entschieden habe, den Wagen genau deswegen in den wesentlich teureren Container zu stellen. Aber gut. Besser Plastik als Blech.

Und dann ging es auch schon zurück. Und das war dann auch die Überraschung des Tages. Zwischen Alexandria und Kairo verläuft eine neue Autobahn, von der man in Deutschland nur träumen kann. Zehn Fahrspuren. Drei auf jeder Seite für die Pkws, dann ein kleiner Wall und dann noch einmal zwei auf jeder Seite für die Lkws. Das ist genial. vor allem wenn man bedenkt, wie die Lkws in Ägypten normalerweise über die Autobahn heizen. Da wird einem Angst und Bange.

Was ich bislang sehen konnte, ist das meiste Umzugsgut auch wirklich angekommen. Ein paar Werkzeuge fehlen, auch ein paar Konsumgüter, zum Ausgleich habe ich aber eine Bedienungsanleitung für einen Kia auf koreanisch bekommen. Na immerhin.

  
Die Ersatzteilkiste habe ich noch nicht inspiziert. Ein echtes Problem war wohl die Antriebswelle. Aber die ist noch da.
Momentan fahre noch noch mit Zollkennzeichen durch die Gegend. Die gelten jetzt erst mal für vier Wochen. In dieser Zeit können wir dann die reguläre Zulassung durchführen. Jetzt darf er sich aber erst mal eine Woche ausruhen. Morgen beginnen die Ferien und ich fliege heim. Dann kann ich auch gleich ein Rücklicht mit einpacken.


Donnerstag, 1. September 2016

Wenn man ein dreißig Jahre altes Auto richtig fit machen möchte, hat man ganz schön zu tun.

Als Altblechfahrer hat man sich ja irgendwann einmal an so manches Zipperlein gewöhnt. Man arrangiert sich einfach mit Öl- und Wasserverlust, lässt die Achse klappern, den Auspuff röhren, schiebt Reparaturen auf. Und man stellt fest, das Auto fährt trotzdem. Dann kühlt die Klima halt nicht, das kann man ja dann immer noch machen, wenn man Zeit hat.
Wie ist das aber, wenn man weiß, dass man das Auto unter erschwerten Bedingungen braucht und das auf einem Kontinent, auf dem man gar nicht so einfach an VW-Ersatzteile kommt für ein Modell, das dort auf den Straßen quasi nicht vertreten ist?
Ich habe mir diese Frage gestellt und mir vorgenommen, meinen Syncro absolut auf Vordermann zu bringen. So viel kann ich jetzt schon sagen: es ist ein nahezu unmögliches Unterfangen. Man macht einfach aus einem 30 Jahre alten Auto keinen Neuwagen. Und selbst wenn man nur die dringlichsten Dinge erledigt, hat man ganz schön zu tun.
Jetzt aber mal der Reihe nach. Ich bin jetzt seit zweieinhalb Wochen in Ägypten, wohin es mich beruflich für einige Zeit verschlagen hat. Nach 20 Jahren Passat konnte ich mir nicht so recht vorstellen, auf ein anderes Auto umzusteigen und so war dann relativ schnell klar, dass da einer mitkommen muss. Und da kam nur einer in Frage: mein weißer Syncro. Dass das ohne Klimaanlage gar nicht geht, wird spätestens beim Blick auf den Temperaturverlauf in Kairo klar:

          
Gerade die Klimaanlage hat mich schon ganz schön auf Trab gehalten. Zunächst mal wurde die beim Befüllen gleich mal undicht. Ich habe ja den Kondensator vom T4 verbaut und der ist für den Passat nicht wirklich gedacht. Ich musste da an den Anschlussleitungen herumbiegen. Dann hat der Mechaniker, der die befüllt hat, auch noch einmal herumgebogen, weil der Adapter R12-->R134a nicht gepasst hat, und das war dann schon zu viel. Wir haben uns dann geeinigt, dass er noch einmal kostenlos befüllt und ich den Kondensator besorge. Habe ich dann auch getan und so hat die Anlage nochmal eine Befüllung bekommen.


Von dem Zeitpunkt an war sie dann auch dicht. Allerdings hat sie immer dann nicht funktioniert, wenn man sie dringend gebraucht hätte: bei Hitze. Bei kälteren Temperaturen hat sie einwandfrei gekühlt, aber sobald es draußen wärmer war, hat die Magnetkupplung eine halbe Sekunde zugeschaltet und dann gleich wieder ab. 3 Sekunden später dasselbe Spielchen. Und das dauerhaft. So etwas macht keine Magnetkupplung lange mit. Also habe ich eine andere gebrauchte eingebaut. Leider gab es da dasselbe Spielchen. Als dann auch die am Rutschen und Stinken war und ich ein fast neues Tauschteil bekommen konnte, musste ich den Fehler an einer anderen Stelle suchen. Mein Verdacht fiel auf den Niederdruckschalter. Und in der Tat, er gab das "fehlerhafte" Signal. Ich verwende denselben Trockner und Kombidruckschalter wie damals in meinem weißen Fünfzylinder. Das sind irgendwelche Normteile. Ich habe dann den Schalter nach einiger Recherche sogar noch bekommen. Gepasst hat er aber trotzdem nicht. Das konnte man aber mit einer Eisensäge passend machen. Aber auch der neue Druckschalter hat dieselben Symptome gezeigt. Scheinbar baut die Anlage mit dem T4-Kondensator und der geänderten Leitungsführung zu viel Druck für den Schalter auf. Beim 32b kennt der ja nur aus oder an bei unter, bzw. über 2 Bar und regelt die Taktung über den Verdampfer. Bei neuen Anlagen passiert dies scheinbar über den Druckschalter. Mir war das dann irgendwann zu blöd und ich habe den Niederdruckschalter einfach gebrückt. No risk, no fun. Und somit war die Anlage dann auch reif für die neue Magnetkupplung.

    

Seitdem funktioniert die Anlage einwandfrei. Bis auf den Kompressor. Der macht schon von Anfang an Geräusche als gäbe es kein morgen mehr. Aber solange er seinen Dienst tut ... ich habe vorsichtshalber mal Ersatz eingepackt.


Ich habe zwischen April und August fast 8000 Kilometer auf den Syncro gefahren. Eines Tages kam ich von der Arbeit und musste eine unschöne Pfütze unter dem Getriebe entdecken. Da war mir gleich klar, dass das kein Spaß werden wird. Eine Inspektion auf der Grube hat dann auch nicht wirklich dazu beigetragen, dass ich meine Meinung ändern konnte.


Ich habe auf den Getriebewellensimmering getippt und lag da auch ganz richtig. Beim Syncro macht der Ausbau des Getriebes jetzt nicht so wirklich Spaß. Selbstverständlich habe ich das Stellelement der Differentialsperre gekillt und auch sonst ganz schön geflucht, bis das Getriebe draußen war.



Das Schadensbild war dann aber auch für mich eher überraschend.



Dass an jeder erdenklichen Stelle im Auto Sand hängt, das sieht man auf den Bildern denke ich schon ganz gut. Nach dieser Aktion in Tunesien vor drei Jahren werde ich den auch nicht mehr so schnell los werden.


Dass sich allerdings der Sand in der Getriebeglocke durch den Simmering an der Getriebewelle entlangarbeitet und den Wellendichtring siffen lässt, das fand ich jetzt nicht so den Brüller. Denn genau für den Einsatz im Sand wollte ich den Syncro eigentlich mit in Ägypten dabeihaben. Wird schon schiefgehen. Und selbst wenn, ein tropfendes Auto mehr fällt hier auch nicht mehr auf. Den Kurbelwellendichtring habe ich dann auch gleich noch gewechselt. Das war auch kein Luxus mehr.


Ein nächstes Ärgernis war so ein Klonk, das beim Anfahren deutlich zu hören war und immer aufdringlicher wurde. Als erstes habe ich die Stabibuchsen erneuert, die waren ohnehin schon nicht mehr so taufrisch. Das hat gar nichts gebracht. Dann habe ich mit den Querlenkerbuchsen weitergemacht. Die hatten leichtes Spiel.


Auch das brachte keine Besserung. Irgendwann kam ich dann mal auf die Idee, die Überwurfmutter der Stoßdämpfer zu kontrollieren. Das geht bei eingebautem Federbein nicht wirklich gut, aber mit einer langen Rohrzange kommt man einigermaßen ran. Eine knappe Umdrehung ging und seitdem ist Ruhe. Ich musste die alten Muttern runterflexen, so draufgerostet waren die damals. Das sollte mir nicht noch einmal passieren und so habe ich die neue Mutter mit Kupferpaste eingesetzt. Sollte man wohl nicht machen.

Als dieses Problem dann behoben war, wurde der Passat dann schon wieder inkontinent. Diesmal war es Kühlwasser.


Man konnte genau sehen, wie das Kühlwasser an der Zylinderkopfdichtung entlang nach unten läuft. Na prima. Also musste der Kopf runter. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Es waren keine 4 Wochen mehr bis zur Verladung. Aber es hilft ja nichts. Oder tritt das Wasser vielleicht doch woanders aus? Das muss sich doch irgendwie überprüfen lassen. Wenn ich das System nur irgendwie unter Druck setzen könnte, dann müsste sich das ja relativ leicht herausfinden lassen. Gesagt, getan.


Es schien dann wirklich die Kopfdichtung zu sein. Also Kopf ab.



 Zur Sicherheit habe ich dann mal prüfen lassen, ob der Kopf noch plan ist. Mein Nachbar kann so etwas. Wir konnten keine relevanten Abweichungen feststellen.


Also konnte der Zusammenbau beginnen. Nach der ersten Probefahrt musste ich aber feststellen, dass die ganze Aktion so rein gar nichts gebracht hat. Da war ich dann aber auch echt mal leicht angefressen. Ich habe gleich noch vormittags eine neue Kopfdichtung samt Schrauben bestellt und mich dann nach der Arbeit sofort ans Werk gemacht. Mir war klar, dass ich um ein Planen des Kopfes nicht herumkomme. Der Zahnriemen und die Anbauteile waren schon demontiert und ich war kurz davor, den Kopf wieder abzuschrauben, als mir nach der Demontage der Spannrolle etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist:


 Was ist das denn? Ein Froststopfen? Den habe ich ja noch nie gesehen. Und der sifft. Wohin sifft das denn? Auf die Zylinderkopfdichtung! Bingo. Da habe ich die Teile gleich wieder abbestellt. Die Frage war dann, ob man den noch bekommt. Tut man. 70ct. bei VW.


Der Ausbau war dann recht fummelig. Zwischen Kopf und Kühlerlüfter sind grob 15-20 cm würde ich mal sagen. Hat ein bisschen gedauert. Dafür ging der Einbau viel einfacher als gedacht. Und dann war er auch echt dicht.

Dicht, aber nicht beschwerdefrei. Plötzlich gab der ganz eigenartige Geräusche von sich. Ich habe zunächst auf die Lichtmaschine getippt. So ein heulendes, drehzahlabhängiges Geräusch. als Übeltäter hat sich dann die Spannrolle entpuppt. Scheinbar ist der das Wasserbad nicht gut bekommen. Also raus damit.


Jetzt war dann auch wirklich alles ruhig und dicht. Bis auf den Kühlerschlauch. Biss in den Kühlerschlauch. Also notdürftig abgedichtet und neu gemacht.


Ein paar so Kleinigkeiten sind natürlich immer wieder angefallen, so war die Zündung verstellt. Eine größere Aktion hatte ich noch auf dem Schirm, nämlich den Wellendichtring am Flansch der Kardan hinten am Getriebe.


Den Dichtring gibt es schon seit längerem nicht mehr bei VW. Sehr wohl aber bei Audi Tradition. Dort kostet der zwar ein horrendes Geld, aber besser als wenn man ihn gar nicht mehr bekommt. Ich habe den auch bestellt und mit der Demontage begonnen. Dann habe ich bemerkt, was das für ein Aufwand ist, den zu wechseln und da ich eine Woche vor der Verschiffung stand, war mir das dann auch ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich habe das Ganze wieder zusammengebaut. Dann sifft er halt.

Wie ich anfangs schon geschrieben habe, muss man irgendwann mal nen Schlussstrich ziehen. Zwei Tage vor der Verschiffung hing der Anlasser ab und an wieder. Und das, obwohl ich sowohl die Buchse als auch den Magnetschalter getauscht habe. Und in Kairo gibt es ja auch Werkstätten. Und meine Wochenenden sollen ja auch nicht zu langweilig werden.

Am 8.10. ging es dann los. Das Auto war mit diversen Umzugskisten im Kofferraum startklar. Auf nach Hamburg! Ich verbinde ja gerne das Notwendige mit dem Angenehmen und so habe ich noch zwei Tage in Hamburg bei meinem Kumpel Olaf verbracht, bevor der Passat dann erst mal im Container verschwunden ist.
Ich bin zwar schon ein paar Mal in Hamburg gewesen, das ist aber schon einige Zeit her. Also habe ich erst mal das übliche Touristenprogramm absolviert. Anreise mit dem Wassertaxi, Landungsbrücken, Speicherstadt, Rathaus, St. Pauli mit Reeperbahn, Elbtunnel und was man da halt so macht.







Irgendwann war mir dann aber noch nach was anderem. Wenn ich Helmut Schmidt schon zu seinen Lebzeiten nicht irgendwo mal live sehen konnte, dann wollte ich doch zumindest an seinem Grab innehalten. Nach einiger Zeit der Suche habe ich das dann auch gefunden. Sehr schlicht und sympathisch.


Selbiges gilt für sein Wohnhaus. Da hat mir Olaf geholfen, das zu finden.
Olaf hat mir sowieso vieles sehr erleichtert und mir Einblicke gegeben, die ich sonst nicht so ohne Weiteres gehabt hätte.
So waren wir zum Beispiel gleich am ersten Abend am Burchardkai, wo mein Container auf die Rio Bravo verladen werden sollte.


Er hat auch später dann die Ankunft und die Beladung des Schiffes genauestens dokumentiert. Da fühlt man sich doch gleich viel besser!



Natürlich stand der Aufenthalt in Hamburg aber auch im Zeichen des Autos. So habe ich nach vielen Jahren mal wieder Lars getroffen, einen Freund aus Studienzeiten, den es mittlerweile zur AutoBild verschlagen hat.
Und dann habe ich auch noch einer Institution einen Besuch abgestattet, der mir schon sehr lange vorgeschwebt ist, die Rede ist hier von der Oldtimer-Tankstelle. Das ganze Arrangement an und für sich ist echt irre und mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Da fühlt man sich innerhalb kürzester Zeit in die 50er Jahre zurückversetzt. Und super essen kann man da auch noch!


Dann wurde es aber langsam auch ernst. Ich hatte um 16.00 Uhr einen Termin bei der Spedition zur Beladung des Containers. Olaf hatte sich auch schon direkt von der Arbeit auf den Weg gemacht, um sich das Ganze anzusehen und mich dann anschließend zum Flughafen zu fahren.
Ein bisschen Zeit war aber noch. Und nachdem die Spedition in Norderstedt war, bin ich noch auf einen kurzen Abstecher zu Kiesow. Kiesow ist legendär und Deutschlands größter Schrottplatz. Das ist wie Shoppen. Ab mit dem Einkaufswagen auf den Platz und schon kann man sich die benötigten Teile nach Herzenslust ausbauen. Leider ist da im Bereich Passat 1 und 2 mittlerweile leider nicht mehr sehr viel im Angebot.


Bevor die mir mein Auto noch an die Kralle nehmen, bin ich dann auch mal los. Olaf war schon da und so konnte es dann auch gleich losgehen. Für mich war das alles ganz neu und aufregend, für die Mitarbeiter der Spedition aber natürlich reine Routine. Ein bisschen Papierkram und schon konnte es losgehen. Erst mal die Schilder ab, die brauche ich jetzt erst mal nicht mehr.




Dann ging es die Rampe hoch.




Da drin ist es ganz schön eng.


Erstmal wurde die Batterie abgeklemmt. Dann hinter und vor den Rädern Holzstücke am Boden festgenagelt, dass da nichts rollen kann. Dann noch vorne und hinten verzurrt und das wars dann schon.


Klappe zu, Zollplombe drauf und plötzlich steht man ohne Auto da!



Heute kann man wohl alles im Internet nachverfolgen. So wie ich das sehe, ist der Container vor 5 Tagen gut und sicher in Alexandria angekommen. Über alles andere schweige ich mich dann erst mal aus. Nicht, weil ich nicht darüber berichten möchte, sondern weil die Uhren hier anders ticken. Da gebe ich lieber mal keine Prognose ab, wann ich endlich wieder mobil sein könnte. Natürlich habe ich mich hier auch einer kleinen Herausforderung gestellt: es gibt hier ein Gesetz, das den Import von alten Autos unmöglich macht. Eigentlich. Wir werden sehen...