Freitag, 8. Januar 2016

Kalt soll es werden!

Und zwar nicht draußen, sondern innen im Auto. Ich trage mich seit längerem mit dem Gedanken, in meinen weißen Syncro eine Klimaanlage einzubauen. Da jetzt ein konkreter Anlass gegeben ist, habe ich das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Das war aber anfänglich gar nicht so einfach. Was für eine Klimaanlage verbaut man denn in einem 30 Jahre alten Auto? Erst dachte ich mir, da baue ich eine Universalanlage rein. Das habe ich aber ziemlich schnell wieder verworfen. Eine originale Anlage für den 4-Zylinder zu bekommen, erschien mir absolut ausweglos. Für den 5-Zylinder schon eher, aber für den 4-Zylinder ist mir noch nie eine untergekommen. Als nächstes hatte ich den Plan, etwas aus dem VW- oder Audiregal passend zu machen. Audi 80, A6, Passat 35i waren da so meine Favoriten. So richtig vorangekommen bin ich da aber nicht als plötzlich das Telefon geklingelt hat und der Siggi aus der Passat-Kartei dran war: Du horrrch (er kommt aus Franken), ich habe gehört, Du suchst eine Klimaanlage? Ich hätte da noch eine vom 5-Zylinder übrig. Magst die haben? Da musste ich natürlich nicht lange überlegen. Klar wollte ich die haben. Ein paar Wochen später bin ich dann nach Nürnberg gefahren und wir haben die Teile zusammengesucht. Da der Siggi ein ordentlicher Mensch ist, war das alles schon vorbereitet, teilweise waren die Teile sogar schon gereinigt und überarbeitet. Super!

 
Der Spaß konnte also beginnen. Ganz so plug and play passt die Klimaanlage vom 5er natürlich nicht in den 4-Zylinder. Aber so ganz ohne Herausforderung macht das auch keinen Spaß. Baugleich ist der Verdampfer, damit habe ich dann auch gleich mal angefangen. Es tut jedes Mal echt weh, die Löcher in die gesunde Karosserie zu schneiden. Und eine Zitterpartie ist es auch jedes Mal, denn es ist nicht so ganz eindeutig bis gar nicht zu ersehen, wo die Löcher genau hinmüssen. Also ist das eine ziemliche Ausmesserei und das bange Hoffen, dass man die Flex auch richtig ansetzt.



Jedes Mal denke ich mir, ich besorge vor dem Schneiden einen Lochsägenaufsatz für Blech und jedes Mal denke ich mir, das geht auch so ;-). Man sieht es ja nachher nicht mehr.

Der Verdampfer hat so im Großen und Ganzen gepasst. Das ist jedes Mal ein ziemliches Gefrickel bis der richtig sitzt. Denn so 100 prozentig passen die Öffnungen und Bohrungen für die Schrauben natürlich nicht. Aber es hat dann letztendlich geklappt und alles war gut. Allerdings sollte mich der Verdampfer viel später nochmal beschäftigen. Aber das wusste ich da natürlich noch nicht.



Als nächstes war dann erst mal die Elektrik dran. Die Klimaanlage braucht schon ein paar Kabel, die teilweise in den originalen Kabelbäumen verlaufen. Also muss man die rausschneiden. Oder komplette Kabelbäume tauschen. Aber das macht ja in meinen Augen wenig Sinn. Einige Strippen waren gar nicht notwendig, denn der 4-Zylinder Vergaser kommt ja mit wesentlich weniger Elektrik aus als der 5-Zylinder Einspritzer. Teilweise ist die Verkabelung auch anders. Auf jeden Fall hat micht das ganz schön beschäftigt. Ich kann zwar Stromlaufpläne lesen, tue das aber auch nicht jeden Tag und somit war das für mich schon etwas komplex.


Das erste Mal an ein Stoppschild bin ich beim Kompressor gestoßen. Der Klimakompressor vom 4er ist anders als der vom 5er. Der 4er hat die Anschlüsse für die Klimaleitungen hinten, der 5er oben. Aus gutem Grund, denn da wird es dann schon ganz schön eng. Außerdem passt der Kompressorhalter vom 5er nicht an den 4-Zylinder. Und eine Keilriemenscheibe für den Antrieb habe ich auch noch gebraucht. Zum zweiten Mal war ich gerade schon auf dem Weg zum Schrottplatz, als wiederum das Telefon geklingelt hat. Der Holli aus Monheim am Rhein war dran: ich habe gehört, Du suchst einen Kompressorhalter und eine Riemenscheibe vom 4-Zylinder. Ich hätte beides noch. Möchtest Du die haben? Ja gehts noch? Klar möchte ich die haben. Wie genial ist das denn? Zum zweiten Mal haben sich meine Klimadorgen in Luft aufgelöst. Wenige Tage später kam dann auch das Päckchen. Genial!


 Der Kompressor vom 5er passt an den Halter vom 4er. Und der Halter vom 4er natürlich auch an den Motorblock. Jetzt sieht man aber auch, wieso die Leitungen original anders verlaufen. Sicherheitshalber habe ich mal ein Hitzeschutzblech gebastelt. Da geht es schon sehr eng zu.



 Als das alles montiert war habe ich bemerkt, dass ich meine Drehmomentstütze nicht mehr verwenden kann. Die bei der Klimaversion ist anders. Und die war jetzt wirklich nicht zu bekommen. Also habe ich mir die kurzerhand aus dem nachgebaut, was da so rumlag: Eine Antriebswelle vom VR6 und die Verlängerung von nem 22er-Schlüssel, den ich in 15 Jahren noch kein einziges Mal verwendet habe. Zeit also, ihn den Heldentod sterben zu lassen.

 
Eigentlich hätte man das Ganze dann auch zusammenbauen können, wäre da das Problem mit dem Keilriemen nicht gewesen. Da bin ich aber auch ein bisschen auf dem Schlauch gestanden. Original ist ein 13x800 verbaut. Den habe ich auch bestellt, nur gepasst hat er nicht. Wie kann das denn sein? Ah ja, mir ist dann eingefallen, dass die Magnetkupplung vom 5-Zylinder anders ist als die vom 4-Zylinder. Kein Problem, also habe ich den Keilriemen vom 5-Zylinder bestellt. 13X975. Der war jetzt aber wiederum viel zu lang. Na shit. Ich habe dann 13x860 gemittelt. Was soll ich sagen? Der 13x875 hat dann letztendlich gepasst ;-).

 
   Die nächste größere Baustelle war der Kondensator. Original gibt es den noch, der kostet aber knapp 600 Euro. Viel zu viel. im PKD-Forum habe ich den Tipp bekommen, dass der vom T4 passt. Allerdings waren da ein paar Dinge, die mir an dem nicht so ganz gepasst haben. Ich habe dann mal in der Ecke Golf 2, Passat 35i, Passat 3B und Audi 80, A4 und A6 gesucht, da war aber auch nichts wirklich passendes dabei. Ein Lotteriespiel ist das immer irgendwie, also bin ich mal das Risiko eingegangen und habe den vom T4 bestellt.




Der hat allerdings die Anschlüsse für den 32b an der "falschen Seite". Und die Hochdruckleitung vom Kompressor passt auch nicht an das Gewinde. Aber man kann ja nicht alles haben. Also habe ich mich entschieden, die Klimaleitungen allesamt rechts am Motorblock vorbeizulegen und nicht wie original einmal um die Karosserie herum. Da blieb dann noch das Problem mit der Verschraubung. Bei Ebay bin ich dann bei einem Klimabauer fündig geworden, der ein Reduzierstück von 3/4'' - 16 UNF (Kondensator) auf 7/8'' - 14 UNF (Originalleitung) im Angebot hatte. Der Mann heißt Volker Radermacher und ist wärmstens zu empfehlen. Ein sehr netter Kontakt.


Neben den Klimaleitungen mussten dann auch die Kabelbäume für die Druckschalter am Trockner verlängert werden. Den Originaltrockner gibt es auch schon länger nicht mehr. Ich habe auf einen Universaltrockner von Hella zurückgegriffen, an den ich einen Doppeldruckschalter von Diavia geschraubt habe.

Alles in allem sieht das Ganze dann in etwa so aus. Die Leitungen muss ich noch sauber verlegen, aber es schaut für die ganze Improvisation ganz gut aus finde ich.  


Eine Sache war da noch: der große Kühler vom Turbodiesel ist ja schon seit einigen Jahren in dem Auto verbaut. Den Doppellüfter habe ich damals selbst aus zwei Lüfterblechen gebaut und das war immer schon recht eng. Jetzt war es aber zu eng. Der hat nicht mehr gepasst. Da musste etwas anderes her, das auch ein bisschen Dampf hat. Der Doppellüfter vom A3 1,8 Sauger mit 125 PS zum Beispiel.


Da der so nicht gepasst hat, habe ich den passend gemacht. Das war ein bisschen Arbeit, aber es hat sich gelohnt.


Der große Lüfter arbeitet mit 250 Watt, der kleine mit 125. Sollte ausreichen - auch in heißen Regionen. Und weil der ganz schön Strom saugt, habe ich die große 90 Ampere Lichtmaschine vom 5-Zylinder, die frisch überholt, neu gelagert und mit einem neuen Regler versehen ist, so umgebaut, dass sie auch in den 4-Zylinder passt.


Was mir so gar keine Ruhe gelassen hat war die Frage, ob die Anlage auch dicht ist. Ich habe da schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht und nachdem ich den Passat erst im März oder April zulassen möchte, habe ich vorher keine Möglichkeit, das zu testen. Gerade beim Reduzierstück war ich sehr skeptisch, denn da musste ich mit dem Senkbohrer nachhelfen. Ich habe mir überlegt, was man da machen kann und bin zu dem Schluss gekommen, dass man das ja eigentlich mit Druckluft testen könnte. Also habe ich den Reifenfüller umgebaut, das Ventil aus dem Füllanschluss der Klimaanlage gedreht und das Ganze unter Druck gesetzt.

 
Sofort kam dieses Zischen, das man so absolut nicht hören möchte. Aber nicht etwa von den Verschraubungen oder dem Reduzierstück, sondern aus dem Bereich des Verdampfers. Der ist echt undicht. Ich konnte mir das so gar nicht vorstellen, aber in der Tat war die Stelle, an der das Rohr in den Verdampfer geht, undicht. Das war aber auch genau die Stelle, bei der ich so froh war, dass ich die abschließen konnte. Die Gummitülle und die beiden Verschraubungen unter dem Batteriekasten, an die man so schlecht rankommt, die einfach nur nerven, wollte ich echt nicht noch einmal öffnen müssen. Aber es hilft ja nichts. Also musste das Ganze noch einmal raus.


Den Verdampfer gibt es sogar noch, der ist Baukasten. Allerdings hatte ich noch einen gebrauchten übrig und so habe ich mich entschieden, dass ich den verbaue. Heute Nachmittag war dann alles wieder drin und ich konnte den Test noch einmal durchführen.


Das Zischen ist weg und der Durchgang mit dem Lecksuchspray hat auch keine weiteren Undichtigkeiten mehr ans Tageslicht gebracht. Schaut gut aus. Jetzt kann ich die Leitungen noch in Ruhe verlegen, den restlichen Strom anschließen, das Kompressoröl erneuern und dann bin ich schon mal gespannt was passiert, wenn ich die befüllen lasse. Sag niemals nie, da sind einfach zu viele Komponenten verbaut, die Ärger machen können!

 

Donnerstag, 27. August 2015

Der Dicke ist fit für die nächsten 120.000km

Eigentlich hätte ich das schon im Mai machen sollen und eigentlich hatte ich vor, das noch vor dem Urlaub zu machen, aber dann hat das nicht mehr so wirklich geklappt. Und hudeln wollte ich auch nicht. Die Rede ist vom eigentlich ;-) längst überfälligen Zahnriemenwechsel bei meinem V6. Den habe ich ein bisschen nach hinten verlegt, diese Woche wollte ich dann aber nicht mehr länger warten und habe das gestern mal in Angriff genommen.

  
Das Auto ist im Großen und Ganzen recht solide gebaut. Für den Vorderbau trifft das aber nicht zu. Ich habe den Schlossträger jetzt noch gar nicht so oft in Servicestellung gebracht, aber alles was da so an Plastikverkleidungen verbaut ist, ist an den meisten Befestigungspunkten mit alternativen Schraublösungen und Kabelbindern fixiert. Das ist wirklich nicht VW-Qualität und es kostet mich auch jedes Mal ganz gehörig Zeit, bis das ganze Plastikgeraffel ab- und wieder angebaut ist. Die Unterfahrwanne habe ich schon seit Langem gar nicht mehr verbaut, die nervt nämlich auch gewaltig. Egal. Irgendwann konnte es dann auch losgehen.

Der alte Riemen sieht gar nicht so schlecht aus. Ehrlich gesagt, habe ich da keinen Unterschied zu einem neuen feststellen können. Der zeigte absolut keinen Verschleiß oder irgendwelche Laufspuren. Trotzdem. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, den weiter draufzulassen. 

     
Außerdem sollten diesmal alle Komponenten mitgetauscht werden. Sprich der Öldruckspanner, der Kipphebel, die Spannrolle, die Umlenkrolle, die Wasserpumpe und das Thermostat. Ich denke auch, dass ich jetzt endlich die Leckstelle gefunden habe. Ich ärgere mich seit geraumer Zeit mit Wasserverlust herum und die feuchte Stelle unten am Block kommt denke ich von der Wasserpumpe. 

Vielleicht ist da jetzt endlich mal Ruhe. Der Tausch des Riemens ist absolut keine komplizierte Sache, zeitaufwändig ist der Abbau aller Aggregate, die da im Weg sind. Entsprechend sah es dann auch auf dem Garagenboden aus. 

Je komplizierter die Motoren werden, um so mehr Spezialwerkzeug wird benötigt und das macht den Riemenwechsel wirklich einfach. Scheinbar hatten da die VW-Ingenieure Respekt vor ihrer eigenen Entwicklung und wollten es den Werkstätten einfach machen. Keine Ahnung, auf jeden Fall ist dank Internet das Spezialwerkzeug recht günstig zu bekommen. 



Mit dem Absteckdorn wird die Kurbelwelle fixiert, dass sie sich nicht mehr verdrehen lässt. Dieses Arretierlinieal kommt oben in die Nockenwellenräder und somit kann man beim Spannen des Riemens eigentlich auch keinen Fehler mehr machen. Irgendwie genial. Allerdings ist das auch notwendig, denn durch die Länge des Riemens gibt es dermaßene Toleranzen, dass ich mein ersten Check nach zweimal Durchdrehen des Motors erst einmal verängstigt war und die ganze Prozedur mit Abstecken der Kurbelwelle, Einlegen des Lineals, Entspannen und Spannen noch einmal durchgeführt habe. Aber es hat alles gepasst.

Der neue Riemen sieht auch nicht wirklich anders aus als der alte. Eigentlich sieht er sogar schäbiger aus. Aber der Wagen läuft, dass es eine wahre Freude ist. Ich hoffe, dass der Wagen dann den dritten Zahnriemenwechsel auch noch erleben darf.


   

Mittwoch, 26. August 2015

Es geht wieder los - auf in die Alpen!

Nachdem wir letztes Jahr so einen Spaß hatten, war relativ schnell klar, dass wir auch diesen Spätsommer noch einmal in die Alpen wollen. Wir, das sind wieder Olaf und ich sowie Julian, der diesmal die ganze Strecke mitfährt.
Also sind wir wieder komplett und bereit dazu, allen möglichen Blödsinn mit unseren alten Kisten anzustellen.

  
Ich habe mir lange überlegt, mit welchem Auto ich diesmal mitfahren möchte. Eigentlich war geplant, dass ich meinen weißen Neuerwerb über die Alpen scheuche, habe mich dann aber doch entschieden, wieder mit meinem gelben 75er zu fahren. Der ist farblich dann doch ansprechender und wir wollen ja Aufmerksamkeit erregen. Für die Passats der ersten Baureihe, für den Erhalt dieser Fahrzeuge und für die Passat-Kartei Deutschland. Am 15.12. wird der Gelbe 40 Jahre alt. Ich habe immer noch vor, ihn zu diesem Anlass zu zerlegen und zu restaurieren. Ob das was wird, weiß ich nicht, aber man kann ja mal den ersten Schritt machen und die Tour als "Abschlussfahrt" deklarieren.
Es wäre schneller gegangen, den Weißen zu nehmen. Zündschlüssel rein und los gehts. Das ging beim Gelben nicht, der seit der Rückkehr letztes Jahr stand. Als erstes ist mir aufgefallen, dass der Innenraum schimmlig war. Gut, das lässt sich beheben. Als zweites war die Kupplung an Schwungscheibe geklebt. Als drittes ließ sich das Gurtschloss am Fahrersitz nicht mehr einrasten. Was war da denn los? Also erst mal auf die Grube.

  
Es gab da schon noch ein paar Dinge, die ich beheben und prüfen wollte. Was total nervt ist der vibrierende Schaltknauf, der ab 2500 Umdrehungen unangenehme Geräusche von sich gibt. Also wirklich unangenehm, der klötert, dass es vom ersten Moment an nervt. Seit ein paar Monaten ist mir klar, woran das liegt.

 
Normalerweise ist da zwischen der Hülse und dem Auge des Schalthebels eine Gummibuchse. Die hat sich verabschiedet. Ich habe mir gar nicht die Mühe gemacht nachzusehen, ob es die noch gibt. Das muss mit Improvisation gehen. So habe ich ein Schlauchstück genommen, zurecht geschnitten, über die Hülse gezogen und eingepresst.


Nach dem Zusammenbau wollte ich das nächste Problem in Angriff nehmen. Jedes Mal wenn ich z.B. über einen Gullideckel gefahren bin, hat das vorne gescheppert als ob irgendwo ein Gummilager ausgeschlagen wäre. Nur, dass das Geräusch hoch und nicht dumpf war. Ich konnte das nicht so richtig zuordnen und wollte ohnehin eine Probefahrt machen um zu sehen, ob ich die Schaltung ordentlich eingestellt habe. Habe ich und das Geräusch ist nicht wieder aufgetreten. Hoppla. Das muss mit der Buchse zu tun haben. Manchmal gehen die Geräusche komische Wege. Ich nehme an, dass die Schaltmimik da etwas Spiel hatte und diese Geräusche verursacht hat. Aber wer weiß ... ?

Eine Sache wollte ich unbedingt noch in Angriff nehmen. Es sind Biluxscheinwerfer verbaut, sprich die Lichtausbeute entspricht etwa dem eines Teelichtes. Man kann mit dem Auto problemlos permanent mit Fernlicht fahren, da bekommt man keine Lichthupe, die Leuchtkraft entspricht dann so in etwa dem Standlicht moderner Autos. Ich erinnere mich da an eine Passfahrt nachts (weil wir ja nie genug kriegen können...) bei strömendem Regen, die echt unangenehm war. Fast ein Blindflug, Fuchs und Haas, schlecht erkennbare Markierungen etc.

   
Ich wollte mich da jetzt nicht zu tief reinfuchsen, ich bin mir aber sicher, dass da am Scheinwerfer keine 12 Volt mehr ankommen. Die einfachste Lösung war auf die Schnelle das Bilux gegen Halogen - Paket.


Die Biluxlampen (links) haben einen anderen Sockel als die Halogenbirnen. Möchte man Halogen in Biluxscheinwerfer einbauen, so braucht man eine Lampe, die den Biluxsockel hat, auf dem aber Halogenlampen sitzen. So wie rechts.
Okay, Xenon bekommt man da nicht, aber man sieht doch einen recht deutlichen Unterschied. Hier links die Halogenlampe und rechts noch die Bilux. Das ist übrigens das Fernlicht.


Dann noch die Flüssigkeiten kontrolliert, ne kurze Durchsicht und jetzt kann es dann auch schon losgehen. Ein bisschen gedulden muss ich mich noch. Und ausruhen, denn Olaf hat da ne ziemliche Tour aus dem Boden gestampft. Ich lasse mich da ziemlich treiben und überraschen, das ist mit das Schöne an der Tour. So kannte ich bis diese Woche den genauen Tourenverlauf auch nicht. Um so beeindruckender ist die Route. Wenn man die Pässe, die man mehrfach fährt, mitzählt, komme ich auf 51. Auf (von Haustüre zu Haustüre) knapp 2500km durch 5 Länder.

 
Wer die Route genauer nachlesen möchte, dem lege ich Olafs BLOG ans Herz:
http://ost-blog.passat32.de/2015/08/26/just-do-it-alpentour-2015/


Freitag, 7. August 2015

Es gibt so Tage, an denen möchte ich mir ein anderes Hobby suchen!

Oder: zum Abschied sag ich leise scheiße. Ich habe vor meiner Abreise nach Istanbul im Juli noch schnell einen Motor gekillt. Schnell war da genau das Problem. Noch schnell nen Zahnriemen wechseln, ist ja Routine, schnell die falsche Markierung genommen, den Motor sogar vor dem Starten noch schnell vier Umdrehungen durchgedreht, alles roger, starten und peng. Nichts mehr roger. So habe ich die erste Ferienwoche damit verbracht, nicht schnell mal nen Zahnriemen zu wechseln, sondern langsam mal nen Motorschaden zu beheben.
Dass es ein Pflegeauto ist, hat die Sache nicht unbedingt einfacher gemacht. So ein Golf 4 1.4 16v ist ziemlich verbaut. So verbaut, dass ich alles in allem insgesamt gute zwei Tage komplett durchgeschraubt habe. Diagnose: der erste Zylinder hatte komplett keine Kompression mehr, die anderen drei lagen bei über 11. Also musste der Zylinderkopf runter. Da ist zunächst mal das Nockenwellengehäuse im Weg. Alleine das hat mich schon nen halben Tag gekostet, weil natürlich vier Schrauben abgerissen sind. Die saßen so bombenfest, so was habe ich noch nie erlebt.


Als das erledigt war, bin ich dann der Sache schon näher gekommen. Dachte ich. Denn da wo man unten links die Servopumpe sieht, da ist so ein Hilfsaggregateträger, an dem noch die Lichtmaschine und der Klimakompressor hängen. Die müssen ab, sonst kann der Träger nicht ab und wenn der nicht ab ist, dann kann man auch den Zylinderkopf nicht ausbauen.


Irgendwann war es dann aber so weit, eine Schraube war noch im Weg und der Kopf konnte ab.




Bis dahin war das Chaos in der Garage schon relativ groß.

 

Unschön wurde es aber, als ich mir beim Morgenkaffee dachte, ich bau gleich mal die Stoßstange ab. Da hat mich ein toter Vogel begrüßt. Muss ich nicht haben ;-).


Auf jeden Fall konnte dann die eigentliche Reparatur losgehen. Raus mit den Ventilen.


Und gleich die Ventilschaftdichtungen mit erneuert.


Insgesamt waren alle vier Ventile des ersten Zylinders krumm. Beide Einlass- und beide Auslassventile.



Nachdem der Einbau ja immer länger dauert, als der Ausbau, war ich dann im Nachlauf noch gut beschäftigt.
Eigentlich hatte ich für diese Woche den Zahnriemenwechsel an meinem V6 vorgesehen, bevor es nächste Woche 5000km in den Urlaub geht. Den habe ich mir heute mal angesehen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass er die 5000km noch durchhält. Dies trifft auf meinen Kühlkreislauf jedoch nicht zu. Ich verliere seit geraumer Zeit ziemlich Kühlwasser und weiß auch, wo das austritt. Ich hab mal vor ein paar Jahren ein elektrisches Vorheizsystem fürs Kühlwasser verbaut und genau an dem Heizelement sifft es in regelmäßigen Abständen immer wieder raus.


Das wollte ich auf jeden Fall vor der Fahrt nochmal abdichten. Neuen O-Ring drauf, bisschen Hylomar und dann sollte das wieder halten. Denkste. Und Knacks. Das Heizelement wird von hinten mit so einem Spreizer gegen die Innenseite am Motorblock gehalten, der durch die lange 6-Kantschraube auseinandergedrückt wird. Und der ist mir gebrochen. Wo bekomme ich jetzt am Freitag dieses Teil her, wenn es am Dienstag in den Urlaub gehen soll? Ich krieg die Krise. Ich habs mir dann selber gebaut. Aus ner abgeschnittenen Beilagscheibe und der zurechtgeflexten Schiene eines Schrubbers. Noch Fragen? Jetzt will ich echt mal ein paar Wochen nicht mehr Schrauben müssen. Es reícht fürs Erste.
  

Freitag, 3. Juli 2015

Arbeitsniederlegung...

bei DHL, das bedeutet diesmal leider auch Arbeitsniederlegung in meiner Werkstatt. Ich hatte eine Bestellung von 400 Euro bei meinem Onlinehändler geordert, die gerade in den ersten Auslieferungsstop gefallen ist. Versandt am 16.6., liegt die Sendung bis heute (3.7.) im Ziel-Paketzentrum Feucht.


Ich habe mir das dann eine Woche angeschaut, bis irgendwann mal klar wurde, dass diese Sendung lange brauchen wird, bis sie bei mir ankommt. Erst war August im Raum, dann Oktober, ganz pessimistische Zeitgenossen gehen von Weihnachten aus. Das war natürlich Mist, also habe ich erst mal auf der DHL-Seite rumgepöbelt, dann bei Verdi (DHL hat wenistens noch den Anstand, sich dem massiven Kundenärger zu stellen, Verdi hat irgendwann die Kommentarfunktion deaktiviert) und dann war klar, dass da irgendetwas passieren muss. Und es ist etwas passiert, das ich als sowas von kundenfreundlich einstufe, dass ich es bis heute kaum glauben kann. Deswegen poste ich das hier auch. Ich ordere seit geraumer Zeit bei einem Händler, der partsrunner.de heißt. Hier stimmt das Preis- Leistungsverhältnis, man bekommt Markenware, die Auswahl ist riesig und vor allem ist das Meiste sogar auf Lager, was in der Regel echt superschnelle Lieferzeiten garantiert. Ich habe da eine Email hingeschrieben und das Problem geschildert. Am nächsten Tag kam die Antwort: "wir kümmern uns drum, kein Problem, wir haben jetzt mal mit DHL Kontakt aufgenommen, wenn da nichts kommt, geht die Ware morgen mit DPD raus." Ich konnte es kaum glauben, aber es ist genau so passiert.


Die erste Sendung liegt immer noch in Feucht, ich habe seit einer Woche die Ersatzlieferung hier liegen. Alles ohne Probleme. Das finde ich so genial, dass mir das echt nen eigenen Blogeintrag wert ist und ich an dieser Stelle für das Unternehmen echt mal Werbung machen möchte (http://www.partsrunner.de).

Ich verkneife es mir, mich hier jetzt zum Thema DHL-Streik auszulassen. Er ist eventuell berechtigt, ich bin jedoch der Meinung, dass sich in der Dienstleistungsbranche ein geändertes Streikrecht gehört. Nur so viel: wir leben in einer globalisierten und pluralen Welt. Ich hätte da echt langsam an der Stelle des DHL-Personals berechtigte Sorgen, dass ich meinem Unternehmen so schade, dass da eventuell sogar mein Arbeitsplatz auf dem Spiel steht. Lufthansa streikt gerne, mich hat das betroffen, mich hat da genervt, also fliege ich seit 3 Jahren nicht mehr mit der Lufthansa. Bei Buchungen im Reisebüro (manchmal sind das 15, manchmal 35 Flüge auf einmal), weise ich sogar darauf hin, dass sie die Lufthansa gleich gar nicht anbieten brauchen.
Die Bahn streikt, mich hat das betroffen, mich hat das genervt, also bin ich vom sehr wenig Bahnfahrer zum Null-Bahn-Fahrer mutiert.
So und jetzt zu DHL. Ich war immer ein großer Fan und bekomme viele Pakete. 95% über DHL. DHL streikt, mich nervt das, also meide ich DHL ab sofort soweit es geht. Und das ist gar nicht schlimm, weil ich jetzt DPD kenne. Ohne den Streik wäre ich da niemals so darauf aufmerksam geworden, aber die haben nen Top-Service. Email-Benachrichtigung, 1:1 Sendungsverfolgung, Angabe alternativer Abgabeorte bis kurz vor Lieferung usw. Da könnte sich DHL echt mal ne Scheibe von abschneiden. Vielleicht ist das aber auch gar nicht mehr notwendig. Zumindest bei mir nicht ;-).