Montag, 11. März 2019

Mit vier laufenden Zylindern an den Suezkanal nach Ismailia, mit drei zurück nach Kairo und mit null in die Arbeit

Es gibt nicht so viele Ziele, die man von Kairo aus in einer Tagestour ansteuern kann. Ismailia am Suezkanal ist eines davon und da ging es am Samstag hin. Eigentlich kommt man normalerweise nicht wirklich auf die Idee, Ismailia anzusteuern, als Tourist schon gleich gar nicht. Ich wäre da auch nicht darauf gekommen, würde nicht der Mann der Cousine von Nuris Frau (irgendwie so) dort ein idyllisch am Timsahsee gelegenes Cafe und eine Burgerbar betreiben. Und der Besuch hat sich sowas von gelohnt, dass ich erwäge, das ein oder andere Wochenende dort zu verbringen. 
Jetzt aber erst einmal der Reihe nach. Es ging morgens um 9.00 Uhr los. Die ersten Kilometer der Cairo-Ismailia Desert Road waren bestens bekannt, befindet sich doch bei Kilometer 22 die Partnerschule meiner alten Schule, mit der ich damals einen Schüleraustausch initiiert hatte.

  
Der Hinweg verlief ganz ruhig, es war zwar noch eine Straße alten Stils, sprich ohne getrennte LKW-Spur und mit vielen unvorhersehbaren Fahrmanövern, aber es gab wenig Verkehr und so war das alles ziemlich entspannt und ohne besondere Vorkommnisse. 

  
Die Einfahrt nach Ismailia verlief auch ganz smooth, ich hatte diesmal extra meinen Dienstpass mitgenommen, denn man ist hier immer etwas nervös wenn sich Ausländer in Gegenden aufhalten, in denen sie sich normalerweise nicht aufhalten. Es hat sich niemand für uns interessiert, wir wurden einfach durchgewunken.
Es fiel sofort auf, dass alles viel sauberer, ordentlicher und entspannter ist, als man das von Kairo gewohnt ist. 

 
Der Laden war einfach zu finden, ebenso einfach war es, einen Parkplatz direkt am See anzusteuern.



Wir haben uns dann erst einmal direkt am Ufer einen Burger gegönnt, der auch wirklich lecker war und die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, frischer Luft und 23 Grad genossen.



Der Timsahsee ist ein Salzwassersee und wurde im Zuge des Baus des Suezkanals angelegt. Er liegt direkt am Kanal, wenn man genau aufpasst, kann man sogar die Schiffe erkennen, wenn sie vorbeifahren. Sie müssen aber groß sein, sonst sieht man sie nicht. 

 
Für diese Aufnahme habe ich sofort einen Rüffel bekommen. Das Fotografieren von Verkehrsinfrastruktur ist in Ägypten generell verboten, zudem ist Ismailia fest in der Hand des Militärs - zurecht wie wir später noch feststellen sollten.
Der weitere Plan des Tages war, mit der Fähre über den Suezkanal zum Kriegsdenkmal der Schlacht von Ismailia zu fahren. Das soll sehr idyllisch und schön gelegen sein, da soll es auch so etwas wie einen kleinen Wald geben. Und das in Ägypten. 


Der Fähranleger war schnell gefunden. Weit kamen wir aber nicht, denn wir hatten da eine ganz grundlegende Sache in diesem Moment nicht auf dem Schirm, nämlich dass für Teile Ägyptens immer noch eine berechtigte Reisewarnung besteht und wir auf dem besten Weg dazu waren, in den Nordsinai einzureisen, auf den sich die Reisewarnung bezieht.


 

Der Fähranleger war streng vom Militär bewacht und so wurden wir sehr freundlich, aber auch sehr bestimmt von einem jungen Offizier darauf hingewiesen, dass wir auf der anderen Seite leider gar nichts verloren haben und er uns aus diesem Grund die Weiterfahrt untersagen müsse. Auf unsere Frage nach den Gründen lautete die kurze Antwort einfach nur: "Terrorismus". 
Ich bin der Meinung, dass wir hätten gefahrlos auf die andere Seite fahren können, aber es kommt wohl gar nicht so selten vor, dass Ausländer über das ägyptische Festland in den Nordsinai einreisen, um sich dort dem IS oder Al Kaida anzuschließen. Davon sind wir zwar weit entfernt, aber das wissen die ja nicht. 
Ich möchte das aber nicht kleinreden, der Nordsinai ist eine absolute no-go-Zone. Das Militär kämpft dort seit Jahren gegen verschiedenste radikal-islamistische Gruppierungen und das, was sich dort abspielt, hat phasenweise schon bürgerkriegsähnliche Züge -  es ist dort wirklich gefährlich. 
So blieb uns nichts anderes übrig als den Rückweg anzutreten. Und wie wir uns verabschiedet haben - mit plötzlich auftretenden Fehlzündungen und einem Auto, das kaum mehr von der Stelle kam. 
Wir haben die Szenerie erst einmal so gut es ging (und es ging nicht gut) verlassen, um in sicherer Entfernung (dachten wir, in der Tat hatte man uns aber weiterhin deutlich im Visier) mal die Motorraumklappe zu heben. Das klang alles ziemlich eindeutig nach Zündung, ich konnte aber keinen Defekt erkennen. Also habe ich mal die Zündkabel kontrolliert und neu gesteckt, alles mit mäßigem Erfolg. Erst ging es gut, dann trat es wieder auf. Aber es half ja nichts, wir sollten ja nach Kairo zurück. 
Der Bus ruckelte furchtbar im unteren Drehzahlbereich, verschluckte sich und hatte Fehlzündungen. Bei steigender Drehzahl wurden diese Symptome deutlich besser. Ich konnte mir bis dato noch keinen wirklichen Reim darauf machen, bin aber auch nicht zu tief in die Materie eingestiegen. Die Lösung sollte aber später am Tag noch kommen - ein Fehler, auf den man ehrlich gesagt auch nicht sofort kommt. 

Es ist nicht einfach, das Verkehrsgeschehen auf Video festzuhalten. Ich habe es versucht, aber es ist mir nicht wirklich geglückt. 




Der Rückweg war ziemlich anstrengend, alleine auf der Cairo-Ismailia Desert Road hatten wir an die 15 Situationen, die jeweils auch ganz leicht in einem unschönen Unfall hätten enden können. Hinzu kam, dass der Bus zwar augenscheinlich ganz gut lief, aber halt nur auf drei Zylindern. Das reicht nicht ganz und war vor allem bei der Einfahrt in die Stadt und dem in Mohandessin unvermeidbaren Stau echt nervig. Die Zahl der Fehlzündungen nahm zu und der Motor nahm im unteren Drehzahlbereich nur noch bei voll gedrückter Pedalstellung Gas an. Da musste etwas passieren. Also bin ich auf dem Rückweg hustend und krachend bei meinem Teilehändler vorbeigefahren. Und da war der Fehler gemeinsam dann auch relativ schnell gefunden: zwei der Nocken auf der Verteilerwelle waren so abgenutzt, dass der Unterbrecher nur noch bei der dritten halbwegs geöffnet hat. Das reicht natürlich nicht. Wie das hier so üblich war, kam auch gleich jemand zu Hilfe. Den kannte ich schon, der sitzt den ganzen Tag in seinem VW Käfer und wartet darauf, dass jemand Hilfe dabei braucht, wenn ein Teil eingebaut werden soll, das bei meinem Händler gekauft wurde. So richtig begeistert war ich nicht, hatte ich ihn doch mal dabei beobachtet, wie er mitten im Sand einen Boxermotor mit einfachsten Mitteln zerlegt und wieder zusammengebaut hat. Das Öl floss am Boden und den Sand an den Kolben entfernte er mit Benzin. Gruselig. Aber hier konnte er ja nicht viel falsch machen. Dachte ich. Und so war der neue Verteiler auch gleich eingebaut.

               
Ich bin immer noch nicht wieder ganz auf der Reihe angesichts des Werkzeugs, das er da verwendet hat. Einen Schraubenzieher. Klar. Einen 10er/13er Gabelschlüssel, bei dem der 13er aber abgebrochen war. Da ist er mit der Zange ran, um den Verteiler bei laufendem Motor mit dem verbleibenden 10er festzuschrauben.

   
Auf den ersten Blick funktionierte das alles ganz gut. Er zog wieder (ganz ordentlich, aber noch nicht zu 100%) und lief wieder. Jedoch waren der Kondensator und der Unterbrecher relativ alt. Auch fiel mir auf, dass der Verteiler anders saß als zuvor. Ich hatte aber wenig Antrieb, mich da akut noch tiefer damit auseinanderzusetzen.
Am nächsten Morgen wollte ich dann ausprobieren, von welchem Erfolg die Arbeiten gekrönt waren. Also habe ich den Bus kurzerhand mit in die Arbeit genommen. 
Bereits nach 200 Metern war klar, dass sich die Symptome nicht wirklich gebessert hatten. Nach 2 Kilometern war dann nach viel Geruckel und zwei ordentlichen, finalen Fehlzündungen Schluss. Ich stand auf der viel befahrenen Dokki-Straße auf der linken Spur und es ging gar nichts mehr. Der Motor sprang nicht mehr an, da half alles orgeln nichts. 
So stand ich da, der Schule fast direkt gegenüber, aber durch die Straßenführung wäre nochmals ein guter Kilometer zu bewältigen gewesen. Und schon kam der erste Polizist an: Du stehst hier nicht gut. Du musst da weg. 
Ja ne, ich stehe hier nicht freiwillig, das Auto ist kaputt. So viel konnte ich noch hinbekommen, für den Rest habe ich dann das erste Übersetzungstelefonat mit meiner Assistentin geführt. Was für ein Service. Ja, ich muss da weg, der Polizist hilft mir. Und so haben wir den Bus über drei Fahrspuren einmal wuer über die Straße geschoben. Das war wenig lustig, ehrlich gesagt habe ich Blut und Wasser geschwitzt, denn das interessiert hier mal herzlich überhaupt niemanden, ob da ein Polizist steht und die Autos zum Anhalten animiert. Die fahren einfach mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Links und rechts um den Bus herum. Hupenderweise wohlbemerkt, denn wir sollten ja wissen, dass wir sie stören. 

       
Aber wir haben den Wagen auf die andere Straßenseite bekommen. Der Polizist zog von dannen, 5 Minuten später kam der nächste. Du stehst da nicht gut, Du musst weg. Ja, würde ich ja gerne, aber das geht nicht. Aber alles im grünen Bereich, die Buswerkstatt weiß schon Bescheid, die kommen gleich vorbei. Okay. 
Fünf Minuten später kam dann ein Abschleppwagen der Polizei. Ein Polizist stieg aus, nahm eine Parkkralle von der Ladefläche und begann, das Ding in aller Seelenruhe an meinem Hinterreifen zu montieren. Ja Moment, ich bin ja auch noch da. So geht das nicht. Doch, Dein Auto stehe schlecht und das geht so nicht. Ich stehe hier aber nicht freiwillig. Da musste der Chef ran. Glücklicherweise klingelte genau in diesem Moment das Telefon, die Koordinatorin der Buswerkstatt war dran und gab Entwarnung. Das Mechanikerteam asei bereits auf dem Weg zu mir, die müssten gleich da sein. Ich habe die Gelegenheit gleich genutzt, und mein Telefon dem ranghöchsten Polizisten in die Hand gedrückt, der im Abschleppwagen saß. Er hatte einen Stern auf der Schulter, die sind in der Regel ganz gut drauf. Er hat zugehört und als ich das Wörtchen "tayeb" hörte, wusste ich, dass er sich überzeugen ließ. 


Plötzlich sprangen noch drei weitere Polizisten aus dem Wagen (wieviele passen da eigentlich rein?) und parkten den Wagen mit vereinten Kräften in die eben freiwerdende Lücke ein. Glück muss man haben. So konnte er dann auch stehenbleiben.

        
Musste er aber nicht, denn just als die Polizei weg war, kam auch schon unser Werkstattmeister mit einem Mechaniker und einem Fahrer an. Das war ein regelrechtes Hallo, nach entsprechender Begrüßung und Sondierung der Lage sagte er nur: "Muftach" (Schlüssel), "Rochsa" (Fahrzeugschein) und "Tschuss". Um den Rest kümmerten die sich, der Fahrer bringt mich in die Schule.

    
Das ist echt ein toller Service, dass wir in Notfällen die Buswerkstatt in Anspruch nehmen können - und das war ein klarer Notfall. Mittags war der Wagen fertig und wieder fahrbereit. Der Verteiler wurde nicht korrekt eingebaut (mir ist auch aufgefallen, dass der ein bisschen gehoppelt ist), außerdem waren sowohl der Kondensator als auch der Unterbrecher kurz vor knapp. Jetzt kann es auf die nächste Reise gehen. Inshallah.      
       

Samstag, 23. Februar 2019

Und weiter geht's mit der Wasserpumpe, der Kupplung und dem Lenkungsdämpfer zwischen Kairo und Hurghada

Da habe ich im letzten Passatpost doch glatt die Wasserpumpe unterschlagen. Die ging zwischenzeitlich auch mal kaputt. Schleichenden Kühlwasserverlust hatte ich schon lange, das war aber im Minimalbereich und so habe ich dem wenig Bedeutung beigemessen.
Ende Oktober ging es dann nach Hurghada und da bin ich dann mehr durch Zufall auf die tropfende Wasserpumpe aufmerksam geworden.


In dem Hotel, in dem wir immer absteigen, weil es einfach superschön gelegen, mit ganz wenigen Zimmern sehr ruhig und das Essen sowas von hervorragend ist (vom freundlichen Personal mal ganz zu schweigen), muss man vom Haupthaus, wo es das die ganzen leckeren Mahlzeiten und den Pool gibt, zu den Zimmern über eine Sackgasse gehen, die dort endet.


Dort am Eingangstor stelle ich immer mein Auto ab - mit der Schnauze nach vorne. Und plötzlich sehe ich da diesen Fleck am Boden, der leicht schmierig war. Also bin ich unter's Auto gekrochen und habe auch gleich einen Tropfen an der Wasserpumpe entdeckt.
Es war immer noch ganz wenig, zurück nach Kairo sollte also kein Problem sein, aber da war Handlungsbedarf angesagt.
Da ich keine Ahnung hatte, wo ich auf die Schnelle eine Wasserpumpe herbekommen kann, habe ich das Auto in die Werkstatt gegeben. Ob es eilen würde, haben sie mich gefragt. Ja klar, den Deutschen eilt es immer. Gut, dann würden sie mal auf die Suche nach einem Ersatzteil gehen und Bescheid geben, wenn sie fertig sind.
Das Telefon klingelte bereits am frühen Nachmittag. Problem gelöst. Sie konnten sogar ein Ersatzteil Made in Germany bekommen.

 

Importierte Ware ist hier sehr teuer - es sei denn sie kommt aus China, aber das will man nicht haben. Und so habe ich für das Vorderteil der Wasserpumpe 975 Pfund bezahlt - das sind umgerechnet knapp 50 Euro. Dafür hätte ich in Deutschland wahrscheinlich zwei bekommen. Geprüft habe ich das aber nicht, bringt ja auch nichts.


Nacharbeiten musste ich auch, denn hierzulande füllt man grundsätzlich pures Leitungswasser ohne jegliches Kühlmittel in das Kühlsystem. Kühlmittel ist Frostschutz, das weiß man ja und den brauchen wir hier nicht, aber Frostschutz ist halt auch Rostschutz und wenn man die Kühlerdeckel von diversen Fahrzeugen im Kollegenkreis abnimmt, dann sieht die Suppe darunter nicht wirklich einladend aus. Da stört hier aber niemanden - am wenigsten die Ägypter.
Zwei Tage später wurde mir dann auch klar, wieso ich gefragt wurde, ob es eilt. Da kam nämlich meine alte Wasserpumpe im Neuzustand auf meinen Schreibtisch geflattert.



Komplett aufgearbeitet und neu abgedichtet - für den Fall, dass ich wieder einmal eine brauche. Scherzkeks, die erste hat 33 Jahre lang gehalten, wenn die zweite genau so lange hält, dann weiß ich gar nicht, ob ich das noch erlebe. Na ja, egal. Die Aufbereitung war übrigens wesentlich günstiger als das Neuteil.

Kürzlich habe ich mal einem Kollegen geholfen, der mit seinem Auto liegengeblieben ist. Der stand nur 4 Kilometer entfernt, aber ich habe fast eine Stunde gebraucht, um zu ihm zu kommen. Das ist sogar für Kairo lange,an einem normalen Tag würde man wahrscheinlich eine halbe Stunde brauchen. Worum es mir aber eigentlich geht ist, dass mir während dieser Fahrt aufgefallen ist, wie irrsinnig oft ich hier im stop and go das Kupplungspedal trete. Wenn man vorwärts kommen möchte, muss man sehr offensiv fahren, denn jede Lücke wird gefüllt. Manchmal wird sie auch gefüllt, obwohl es gar keine Lücke gibt. Und das mache ich jetzt schon seit knapp drei Jahren. Bekanntermaßen ist die Spritzwand beim 32b, in der der Kupplungsgeberzylinder sitzt, eine Schwachstelle. Die reißt durch den ständigen Pedaldruck irgendwann ein. Und ich traue mich wetten, meine ist auch schon gerissen.

Morgens wenn ich in die Arbeit fahre, brauche ich zwischen 7 und 10 Minuten. Je nach Verkehr und Bereitschaft zum aggressiven Fahren. Wenn ich nachmittags heimfahre, brauche ich nicht selten eine halbe Stunde, mein Rekord liegt bei einer knappen Stunde. Und es wird gekuppelt und gekuppelt und gekuppelt was das Zeug hält.

  
Für den Urquattro gab es mal so ein Verstärkungsblech, das innen mit dem Kupplungsgeberzylinder verschraubt und auf der anderen Seite am Bolzen des Kupplungspedals fixiert wird. Durch diese zusätzliche Versteifung soll die Spritzwand nicht reißen. 

Das muss man aber erst einmal bekommen. Bei Audi ist das nicht mehr zu bekommen, es gibt aber Nachbauten. Die liegen alle bei - jetzt kommt's - rund 120 Euro. Ganz schön viel für ein bisschen gebogenes Blech. Zuhause hätte ich mir das selbst gebaut, hier ist das nicht möglich. Bei Ebay Kleinanzeigen bin ich dann fündig geworden. Neu und für 70 Euro. Immer noch kein Schnäppchen, aber es hilft ja nichts. Zum Glück gibt es hier immer jemanden, der nach Deutschland fliegt und so habe ich das Verstärkungsblech an einen Kollegen liefern lassen, der es zwei Wochen später an einem verlängerten Wochenende mitnehmen konnte.
Wir waren zu dieser Zeit - was für eine Überraschung - wieder in Hurghada. Mehr aus Neugierde habe ich mich wenige Tage vorher mal in den Fußraum gelegt, um zu sehen, wie man das Verstärkungsblech einbaut. Gott sei Dank muss ich sagen, denn der Anblick war nicht schön.


Da hingen schon deutliche Bremsflüssigkeitstropfen an der Manschette. Es half aber nichts, die knapp 1000km hin und zurück musste er vorher noch absolvieren. Auf Langstrecke muss man ja nicht viel kuppeln, trotzdem hätte es mir auf der Ring Road oder in der Stadt passieren können, dass der Geberzylinder den Geist aufgibt. Es ist für mich immer wieder überraschend, wenn trotz 20 Kilometer Reststrecke bis nach hause die Fahrtzeit auf Google Maps immer noch über eine Stunde beträgt. Dann kann man sich vorstellen, was da abgeht. Na ja, egal, no risk no fun. Es ging also wieder nach Hurghada. Den Geberzylinder konnte ich gerade noch rechtzeitig bestellen, dass er bei meinem Kollegen ankam und er ihn mit nach Kairo nehmen konnte.

   
Die Straße zwischen Kairo und Ain Shokna ist sechsspurig - in beide Richtungen. Eigentlich achtspurig, weil die LKWs fahren getrennt von den Autos. Hier kann man auch mal Gas geben. 150 ist gerade noch so eine angenehme Reisegeschwindigkeit mit dem viel zu kurz übersetztem Getriebe. Es sind zwar nur 110 oder 120 erlaubt (bezeichnend, dass ich das nicht weiß) und da wird auch regelmäßig geblitzt, jedoch wurde ich noch nie zur Kasse gebeten. Das läuft eigentlich immer nach demselben Muster ab: der Polizist schaut auf das Kennzeichen, dann auf seinen Block, dann auf das Auto, dann wieder auf das Kennzeichen, dann wieder auf seinen Block, dann wieder auf das Auto, schüttelt den Kopf und winkt mich weiter. Muss ein Messfehler sein, so eine alte Kiste fährt nicht so schnell...
Zwischen Ain Shokna und Zafarana verläuft seit kurzem eine dreispurige Schnellstraße, von der aber de facto nur zwei Spuren benutzt werden sollten, denn auf der rechten Spur liegen immer wieder mal große Steine, Wasserfässer, Ölfässer, Sandhaufen oder Menschen. Was man halt unterwegs so verliert. Beim ersten Stopp auf dieser Strecke kurz nach der Mautstelle kam ein junges Pärchen in einer alten, aber sehr gepflegten S-Klasse angefahren. Die hatte ich bereits auf der Shokna-Road überholt und da ging der Daumen nach oben. Wie es möglich sei, dass ich in so einer Klapperkiste so schnell fahren könnte war nach der Begrüßung die erste Frage. Na ja, malesh, German Quality. Ich habe ihm dann die Geschichte mit der Polizei erzählt, die er ganz gut nachvollziehen konnte. Ihm ging es wohl genauso. 

Was mich immer wieder überrascht, beeindruckt und ungläubig werden lässt, ist die Fähigkeit von vielen Ägyptern, sich ausländische Gesichter zu merken und nicht wieder zu vergessen. In Zafarana auf halber Strecke gibt es eine sehr schöne Raststätte (und davon gibt es nicht viele), die wir jedes Mal ansteuern, nicht zuletzt, weil sie auf der halben Wegstrecke liegt.


Da gibt es eine ganze Armada an Autowäschern. Als ich einbog, lief mir der erste gleich entgegen. Du warst aber schon lange nicht mehr hier, das war im November das letzte Mal. Ich wasche gleich Dein Auto, ok? Obwohl es nichts zu waschen gab, weil das morgens bereits erledigt wurde - wie jeden Tag außer Freitags - hatte ich keine Chance. Der Wagen musste gewaschen werden.
Drinnen angekommen ging es dann gleich weiter. Die Bedienung kam, ah da ist er ja wieder, der kleine Raphael. Beim letzten Mal seid Ihr aber einen Tisch weiter hinten gesessen. Wann war das? Das ist schon lange her, im November muss das gewesen sein. Wie machen die das? Das wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Auf jeden Fall ist es lustig wenn man Besuch dabei hat, der kann das nämlich genauso wenig glauben und meint, man kennt das halbe Land. Irgendwie ist das ja auch so.

Nach einer Stärkung wollte die letzte Etappe in Angriff genommen werden. Die Straße von Zafarana nach Hurghada ist - vorsichtig ausgedrückt - nicht gut. Sie ist zweispurig, hat viele Schlaglöcher und Fräskanten, immer wieder mal fehlt ein ganzes Stück des Asphalts. Und das ganz ohne Vorwarnung.

 
Das ist etwas, das sich durch die ganze islamische Welt zieht. Von der Türkei über den Iran und Irak bis in den Maghreb nach Tunesien. Wenn an der Straße gebaut wird, dann wird keine Umleitung ausgeschildert, sondern man fährt direkt durch die Baustelle. An sich bewegenden Baumaschinen, Teermaschinen und Arbeitern vorbei. Einmal bin ich nach Assuan gefahren und dachte mir, wieso ist die Straße so nass, bis ich beim nächsten Stopp gesehen habe, dass ich durch frisches Bitumen gefahren bin. Schweller, Radläufe und die Türunterkanten waren pechschwarz, tropften noch und der Rest des Wagens war mit schwarzen Punkten übersät. Auf dem Weg nach Hurghada muss mir das wieder passiert sein, allerdings war das diesmal nicht ganz so so schlimm. Man bekommt das Zeug immer so schwer ab.

Die nächsten zweieinhalb Tage war dann erst einmal Ruhe und Erholung angesagt.


 

Der Rückweg lief besser als der Hinweg. Zumindest straßentechnisch. Die zweispurige Gegenfahrbahn ist besser in Schuss mit weniger Baustellen und besserem Straßenzustand. In beiden Fahrtrichtungen tritt aber dasselbe Phänomen auf: ich muss eine knappe Viertelumdrehung gegenlenken, dass der Wagen nicht in den Straßengraben zieht. Das ist auf Dauer recht anstrengend. Ich habe das Problem jedes Mal und deswegen vor einiger Zeit vorsichtshalber einen neuen Lenkungsdämpfer mitgebracht. Dadurch erhoffe ich mir Besserung. An die Schrauben kommt man jedoch recht bescheiden ran. Mit ausgebautem Geberzylinder sollte das besser gehen. Meine Stunde. Aber so ganz ohne Zwischenfälle lief auch der Heimweg nicht. Parallel zur Fahrbahn verläuft eine Pipeline. Ich weiß nicht, ob Öl, Benzin oder Gas. Auf jeden Fall aber wohl eine brennbare Substanz. Wenn diese mit dem, was wir da plötzlich am Horizont erblickten in Zusammenhang stand, dann war das eine nicht wirklich beruhigende Vorstellung.


Ja, da brannte tatsächlich etwas in unmittelbarer Nähe der Vorratstanks. Für Europäer ist sowas durchaus beunruhigend, hier hat das aber - zumindest bis dahin - niemanden interessiert. Keine Personen um die Brandstelle, keine Feuerwehr, kein Technisches Hilfswerk, der Brandherd war völlig verwaist. Malesh.


Wir sind auf jeden Fall gut daheim angekommen und der Kupplungszylinder hat gehalten. Am folgenden Wochenende sollte es an den Tausch gehen. Eigentlich wollte ich das noch am Donnerstag Nachmittag machen, denn das ist in der Regel gar keine große Sache, ich habe mich dann aber doch entschieden, lieber die Lichtmaschine am Bus instandzusetzen. Gott sei Dank, denn da lief nichts so wie ich mir das vorstellte. Aber jetzt mal der Reihe nach. 
Sowohl der Geberzylinder als auch das Verstärkungsblech lagen am Montag auf meinem Schreibtisch. Das hat also schon mal geklappt.





Das ist eine ganz simple Konstruktion zu einem stolzen Preis. Der Halter wird vorne mit dem Geberzylinder zusammen verschraubt, das Gegenstück in den Lagerbolzen des Kupplungspedals eingehängt und mit der originalen Federspange gesichert. So weit in der Theorie. 
In der Praxis sah das dann so aus, dass ich erst einmal Schwierigkeiten hatte, die Leitung des Geberzylinders zu lösen. Es ist in der Tat so, dass das noch der original verbaute war und die Verschraubung rostig, kein Wunder, denn sie wurde 33 Jahre nicht angetastet. 
Für die Bremsleitungen gibt es da so einen extra verstärkten Schlüssel, den habe ich hier. Die Schlüsselweite am Kupplungsgeber ist jedoch 12, der Bremsleitungsschlüssel hat 10 und 11. Also musste ich einen ganz normalen Gabelschlüssel verwenden. Da ist aber die Gefahr groß, dass er durchrutscht und die Verschraubung rund wird. 


Da ich keinen Rostlöser zur Hand hatte, musste ich nehmen, was mein Kofferraum hergab. Und darin sah es mau aus. Das einzige, was ich hatte, war das gute 5W50 Mobil 1. 


Das hat aber seinen Dienst gut verrichtet, die Verschraubung ging auf. So konnte dann auch der Kupplungszylinder von seinem Platz weichen.


Der war mal richtig fertig. Ich möchte gar nicht wissen, in welchem Zustand der Nehmerzylinder ist. Den hätte ich fast getauscht, als ich vor knapp drei Jahren das Getriebe ausgebaut hatte, um den Getriebewellensimmerring zu wechseln. Allerdings war der Stahlsplint so dermaßen in das Alugehäuse eingefressen, dass ich das habe bleiben lassen. In gut zwei Wochen treffen wir uns mit einem Freund nochmal 200 Kilometer südlich von Hurghada in Al Qusair, der bring mit einen Nehmerzylinder mit. Selbst mache ich das bei diesen begrenzten Werkstattmitteln, die mir hier zur Verfügung stehen, nicht. Aber noch ist es nicht so weit. 
Positiv ist, dass die Spritzwand entgegen meiner Vermutung noch nicht gerissen ist. Da hätte ich Haus und Hof darauf verwettet unter den Einsatzbedingungen hier. Der Wagen hat auch schon irgendwas über 200.000km runter, so genau weiß ich das nicht, weil mal der Tacho getauscht wurde. Da ist das eigentlich normal. 
Aber: der Zylinder muss schon länger geleckt haben, die Bremsflüssigkeit hat volle Arbeit geleistet. 


Auch hier hatte ich natürlich nur das gute 5W50, um etwas dagegen zu unternehmen. Wird nicht viel bringen, ist aber gut für mein Gefühl.

Jetzt war der Augenblick gekommen, um den Lenkungsdämpfer zu wechseln. Das ging nur mit gegeneinander als Verlängerung aufgespreizten Ring- und Gabelschlüsseln. Das war eine ziemliche Ochserei und hat viel Schrammen, Flüche und Nerven gekostet. Da ist halt mal absolut gar kein Platz. Und völlig umsonst war die Arbeit auch noch, denn der Lenkungsdämpfer wurde wohl bereits vom Vorbesitzer gewechselt. Er befand sich in solch einem tadellosen Zustand, dass ich den gar nicht entsorgt habe.   
Den neuen habe ich natürlich trotzdem eingebaut.


Als nächstes wollte ich das Verstärkungsblech mal probehalber in Position bringen. Das ging zunächst ganz gut, doch das hintere Ende ist zu stark. Die Nut für die Federspange im Lagerbolzen wurde durch das Verstärkungsblech verdeckt. So bekam ich das nicht eingebaut. Was also tun. Erst mal das Kupplungspedal ausbauen. Und schon fiel mir die Totpunktfeder entgegen. Die sollte mich noch büßen lehren. 
Das Pedal ist am oberen Ende, in der Führung des Lagerbolzens, mit zwei Hartplastikbuchsen  versehen, die das Pedal in der Führung halten und als Führungslager fungieren. Links und rechts stehen die ab. Ich musste diesen Überstand an einer Seite entfernen, um den notwendigen Freiraum für das Verstärkungsblech zu gewinnen. Gerne habe ich das nicht getan, aber es hilft ja nichts. Fotos habe ich keine gemacht, irgendwie habe ich das vergessen. 
Kurze Anprobe, passt, das Pedal konnte wieder fixiert werden. Und dann kam diese Totpunktfeder. Es muss viele Jahre her sein, dass ich solch ein Teil zuletzt in Händen hatte, ich hatte keine Ahnung, wie ich das wieder eingebaut bekomme. Ich lag fast eine Stunde mit dem Rücken über dem Einstieg im Fußraum und habe mit diesem vermaledeiten Ding gekämpft. Mir tut heute noch alles weh. 

Jetzt konnte der neue Geberzylinder seinen Weg in die Karosserie finden. 

  
Klingt einfach, aber so einfach war das alles gar nicht. Das musste schon ein paar Mal rein und raus, an- und abgeschraubt werden, bis sowohl der Kupplungszylinder als auch das Verstärkungsblech miteinander harmonierten. Da geht es wirklich verdammt eng zu.


Ich war ziemlich fertig und erschöpft, war ich doch schon über 6 Stunden ohne Pause beschäftigt, hatte nichts zu trinken dabei und die meiste Zeit in dieser schmerzhaften Rückenstellung im Fußraum verbracht. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass mich das so stark in Anspruch nehmen würde. Ich war wohl geistig so umnachtet, dass ich zunächst den Gabelkopf falsch montiert hatte. Ergebnis war eine leicht verbogene Druckstange. Wie blöd muss man eigentlich sein? Ich mache das schließlich nicht zum ersten Mal. Wenigstens ließ sich das Problem relativ leicht beheben.

Der neue Zylinder bekam noch eine neue Bremsflüssigkeitsleitung und dann konnte es an den letzten Schritt gehen: das System entlüften. Glücklicherweise sitzt der Abgang für das hydraulische Kupplungssystem im Bremsflüssigkeitsbehälter oberhalb der Speisung für die Bremsanlage. So musste ich zumindest nicht das ganze System entlüften.

  
Eine Sache ist da aber noch auf die ich keine Antwort habe. Wie kann es sein, dass zwei Wochen nach dem Bremsflüssigkeitswechsel da so eine dunkle Brühe rausläuft? Vielleicht hat ja jemand eine Idee. 


Beim ersten Probelauf hatte ich schon Bedenken, dass die Kupplung gar nicht mehr greift, denn vor dem Eingriff kam die beim Einkuppeln sehr früh kurz nach dem Bodenblech im ersten Drittel des Pedalwegs. Jetzt kommt sie im letzten Drittel. Ich bilde mir ein, dass sich das viel harmonischer anfühlt.  
Bevor es wieder heim ging, musste ich aber dringend noch zum Tanken. Ich hatte seit Hurghada nicht mehr aufgefüllt und auch 52 Liter in den Tank gebracht. Wobei ich immer noch nicht genau weiß, ob der 4-Zylinder Vergasermotor auch einen 70-Liter-Tank hat oder doch nur 60 wie die Fronttriebler. 20 Euro hat mich der Spaß gekostet. Auf halber Strecke zur Tankstelle ist mir dann eingefallen, dass ich etwas vergessen hatte, das Euch vielleicht drei Bilder vorher auch schon aufgefallen ist: die Kontermutter war noch nicht angezogen. Also musste ich vor meiner Haustüre noch einmal in den Fußraum. Hier wundert sich schon keiner mehr darüber. Dass ein Ausländer selber schraubt und sich die Finger schmutzig macht, obwohl er sich ohne Probleme einen Werkstattbesuch leisten kann, stößt hier in der Regel auf vollkommenes Unverständnis. In meiner Straße und in der Parallelstraße, in der ich meine Garage habe, heißt es mittlerweile schon, dass ich KFZ-Meister aller Klassen sei und jedes Problem mit links lösen kann, was so ja auch nicht ganz stimmt.
Auf jeden Fall habe ich bereits die nächste Baustelle entdeckt: die Aggregateträgerlager vorne müssen neu.      

Mittwoch, 20. Februar 2019

Mängelliste Zündung und Tacho

Die Behebung der auf der Tour nach Meidum aufgetretenen Mängel stand ganz oben auf meiner to-do-Liste.
Mein Teilehändler hatte sowohl für den wackelnden Zündverteiler als auch für die kaputte Polklemme einen passenden Lösungsansatz parat.

 
Mit diesem Teil ließ sich der Zündverteiler wieder so fixieren, dass er stabil in der Aufnahme im Motorblock sitzt. Die nicht ganz passgenaue Verteilerkappe habe ich ausgebaut und gegen eine vom Passat 32b getauscht, die ein Fehlkauf war, weil die Aufnahme für die Zündstecker zu schmal war. Die passte beim Bus dafür wie für ihn gemacht und sitzt jetzt wesentlich strammer, der Motor schnurrt wieder wie ein Kätzchen. Ich habe damals versehentlich bei der Bestellung eine Kappe für Vorfaceliftmodelle bestellt, die beim Facelift nicht passt, was aber wiederum erklärt, wieso sie beim T2 passt.

Der anschließende Tausch der Polklemmen war dann das geringste Problem.


Blieb nur noch der Tacho. Den habe ich mir für einen Donnerstag Nachmittag auf das Programm gesetzt. Ein perfekter Beginn des Wochenendes.
Der Ausbau ist ziemlich selbsterklärend und so hatte ich die Gesamte Instrumenteneinheit in ihrer ganzen staubigen Pracht auch ziemlich schnell vor mir liegen.


Nachdem der Kilometerzähler nach wie vor funktionierte, war es klar, dass der Schaden wirklich dem Geschwindigkeitsmesser zuzuschreiben war und nicht etwa der Tachowelle.
Einen passenden Ersatz erhoffte ich mir, bei meinem Teilehändler um die Ecke zu finden. Also habe ich den Tacho ausgebaut und mich damit gleich auf den Weg gemacht.   

Wir schwingen aber nicht immer im Gleichtakt, mindestens bei der Hälfte meiner Besuche bei ihm stehe ich vor verschlossenen Türen, weil er gerade beim Beten ist. Irgendwie erwische ich immer genau die Gebetszeiten. So lange kann das aber ja nicht dauern und so habe ich es mir vor seinem Laden gemütlich gemacht.

 
Das Schöne hier ist - auch wenn es zugegebenermaßen manchmal etwas anstrengend ist -, dass man nie alleine ist. Gut, es nervt schon ein bisschen, wenn mir bei kniffligen Reparaturen - wenn beispielsweise die Schraube mal wieder  versteckt angebracht ist und die Finger sich durchbiegen - immer wieder mal jemand über die Schulter schaut und meine Tätigkeit mit very good! Veeeery good! kommentiert.
In diesem Fall kam der Nachbar an, der Farag sei gerade beim Gebet, aber so lange könne das ja nicht dauern, er macht mir jetzt mal einen Tee zur Überbrückung. Pflichtgemäß drei Mal abgelehnt, aber er meinte es ernst. So ließ sich dann die Wartezeit ganz angenehm überbrücken.

 
Als das Gebet beendet war und mein Händler ganz gemütlich angeschlichen kam, hat er dann erst einmal das Gesicht verzogen. Er verkauft die Instrumenteneinheit ja eigentlich nur komplett, denn wer kauft schon den Rahmen wenn er ganz am Ende ohne Bestückung übrig bleibt?
Aber weißt was, meinte er, Du bist ja mein Freund. Und so hat er begonnen die Sechskantschrauben an der Gehäuserückwand mit dem in meinen Augen ungeeignetsten Werkzeug zu lösen: mit einer Zange. Aber auch da bin ich mittlerweile recht schmerzfrei.


Tacho raus, mit einer Schweißelektrode auf Funktion getestet und für gut befunden und den defekten Tacho eingebaut. Für 10 Euro war er meiner.

Und er funktioniert wirklich:


Und somit waren alle Schäden der Tour nach Meidum behoben. Halt, da war aber noch was mit der unzureichenden Aufladung der Batterie:


Mist! Das muss aber jetzt noch warten, denn ich hatte mein Autoschrauberkontingent mit Donnerstag Nachmittag, Freitag und Samstag Vormittag schon mehr als ausgereizt. Jetzt war die Familie dran.
Da man hier nirgends so wirklich spazierengehen kann, hatten wir uns den Al Azhar Park als Ziel ausgesucht. Eigentlich eine Schande, dass wir da in bald drei Jahren Kairo noch nicht gewesen sind.

Der Bus ist einfach herrlich: Tür auf, Kinderwagen rein, Tür zu, auf geht's! 


Der Park selbst wurde erst 2005 angelegt, vorher befand sich an der Stelle eine Mülldeponie. Er liegt für kairoer Verhältnisse recht idyllisch zwischen der Al Azhar Moschee und der Zitadelle.



Man kann da auch wirklich schön abendessen. Der Bus ist gerade noch so angesprungen. Die nächste Baustelle wartet also schon...