Mittwoch, 8. April 2015

Es geht von hinten nach vorne

Es gibt Vorgehensweisen, die immer gleich sind und man weiß gar nicht so genau wieso. Ich fange bei Autos immer hinten an, wenn ich die hübsch machen möchte. Bevor ich hinten erst mal abschließen konnte, wollte ich hinten noch die Benzinschläuche wechseln. Der Passat soll bis zum Jahrestreffen der PKD an Pfingsten fertig sein und da wir uns dieses Jahr in Nordholland treffen, sprich knapp 2000km für An- und Abreise anstehen, möchte ich da keine Experimente eingehen.  


Ein bisschen ein Gefuddel ist das am Anfang schon, wird aber mir jeder Handbewegung leichter. 



Danach konnte dann die frisch geputzte Kofferraummatte wieder Einzug ins Heck halten.


Genau zeitlich passend kam dann der Postbote mit meinen Kosmetikprodukten. Sprich der Spraymax-Dose und dem Lackstift in Alpinweiß. Ich war begeistert. Am Montag Abend bestellt und heute da. Und das bei Lack, der angemischt werden muss. Die Jungs vom Teilehandel bekleckern sich diesmal nicht mit Ruhm, da habe ich bis heute noch nicht mal eine Versandbestätigung erhalten. 
Der Lackstift wurde dann auch gleich mal geschüttelt un kam zum Einsatz. Unterhalb des Schlosses waren da so komische Lackabplatzer. Ich nehme an, das kommt vom Schlüsselbund. 


Auf jeden Fall kann man das jetzt auch wieder ansehen.


Als nächstes wurde dann die Stoßstange gereinigt und behandelt. Angefangen mit Innenreiniger, dann Nitroverdünnung, dann Fleck- und Klebstoffentferner und letzendlich Tiefenpfleger - sie musste so Einiges über sich ergehen lassen. Das hätte ich mir sparen können, wäre sie ursprünglich schwarz gewesen. War sie aber nicht und deswegen wollte ich das grau erhalten.

  
Sieht schon mal ganz ansehnlich aus finde ich. Etwas Zeit war noch übrig und so habe ich im Motorraum mal alle Sprit- und Unterdruckschläuche erneuert. 



Dienstag, 7. April 2015

Erstausrüsterqualität und die Frage nach der Schadenshöhe

Ich wollte möglichst schnell die ersten Ersatz- und Serviceteile bestellen, denn Polieren und Blech machen auf Dauer keinen Spaß, da ist es gut, wenn man zwischendurch mal ein bisschen schrauben kann. Die Eintragungen im Serviceheft enden irgendwo bei Kilometer 30.000, ich hoffe mal, der Wagen hat danach nochmal eine Werkstatt von innen gesehen. Ganz so schaut es aber nicht wirklich aus, wobei es bei dem anzunehmenden Alter der Teile schwierig ist, da eine zeitliche Zuordnung zu treffen. Also der Luftfilter muss auf jeden Fall schon mal neu:


Die Zündkerzen haben auch schon bessere Tage gesehen und der Elektrodenabstand ist außerhalb der Toleranz.


Beim Keilriemen bin ich mir ziemlich sicher, dass das noch der ab Werk verbaute ist ...


... und der Zahnriemen lässt daran keinen Zweifel offen. Der sieht gar nicht so schlecht aus, ist weder porös noch rissig, jedoch steinhart. Also raus damit.

 
Ebenso möchte ich alle Benzin- und Unterdruckgewebeschläuche erneuern. Nach fast 40 Jahren lasse ich es da auf keine Versuche ankommen. Etwas am Zögern war ich bei den Bremsschläuchen. Die sehen nämlich auch noch ganz gut aus - im Gegensatz zur Bremsflüssigkeit. Aber gerade bei den Bremsen sollte man nicht sparen. Also kommen die auch neu. Ein paar Dinge habe ich gleich noch mitbestellt und konnte mich dann dem Blech widmen.

Hinten wurde der Wagen mal lackiert. Das wusste ich im Vorfeld, doch scheinbar war das gar nicht so wenig, was da passiert ist. Ich werde das nie verstehen. Da lackiert man ein Auto und gar nicht schlecht und dann macht man sich nicht die Arbeit (weniger als eine Minute), die Heckleuchten und den Dichtungsgummi auszubauen. Aber teuer Geld verlangen, das kann man dann schon.



Außerdem bekommt man da mit eingebauten Heckleuchten keine sauberen Übergänge hin. Wie auch? Ich habe mir kurz überlegt, den Bereich um den Heckdeckel neu zu lackieren, habe das aber dann auch ganz schnell wieder verworfen. Anstelle dessen habe ich versucht zu retten, was zu retten war und zu ungewöhnlichen Methoden gegriffen. Die Dichtung habe ich gegen eine vom 32b ersetzt, nachdem ich mich bereits beim Entfernen der Lackspritzer auf den Heckleuchten ins Aceton-Nirvana gebeamt habe.

  
Angesichts dieses Bildes hat mich der Olaf gefragt, ob ich nicht vielleicht nen kleinen Schaden hätte. Wenn die Frage vom Olaf kommt, dann ist das lustig, denn im Vergleich zu ihm bin ich ein Waisenknabe in Sachen Auto. Allerdings habe ich mir die Frage heute selbst schon gestellt und ich befürchte, in dem Punkt kann ich ihn sogar toppen.

 

 Ja, Ihr seht echt richtig. Ich habe den Kofferraum poliert. Von innen. Ernsthaft. Mir war einfach danach.


Allerdings habe ich mich auch dem Heck gewidmet und konnte am Ende des Arbeitstages dann auch die sauberen Rückleuchten wieder einbauen. Ehrensache, dass ich die Gummimatte, die im Kofferraum liegt, auch grundgereinigt habe.



Zwei Fragen hätte ich noch: 1. Die Stoßfänger gehören sich so grau, oder ? Und 2.: am Wochenende war der Alex da und wir haben auf den Scheiben folgenden Aufdruck entdeckt:


Wir waren uns nicht wirklich sicher, was "tempered" bedeutet. Aber da kann ja sicher jemand weiterhelfen, oder?

Samstag, 4. April 2015

Ich hab dann gleich mal losgelegt...

... und Garagentetris gespielt. Auto hin, Auto her, Auto geschoben, Auto gefahren, Rangierwagenheber vorne, Rangierwagenheber hinten, bis dann ausreichend Platz war.



Dann konnte ich mit dem Hänger rückwärts in die Garage und das gute Stück abladen.



Meine Auffahrrampen sind ein bisschen zu kurz geraten, aber wenn das Ladegut nicht tiefergelegt ist, dann geht das. Und meine Autos sind ja eher höher- als tiefergelegt ;-).



Der Vorbesitzer hat ja geschrieben, dass er keinen Rost finden kann. Wenn man aber weiß, wo man suchen muss, dann wird man schon fündig. Die Stellen haben mich aber vom Kauf natürlich nicht abgehalten. Drei Dinge haben dem Wagen das Leben gerettet: 1. Das milde Klima in der Rheinebene, 2. Die weise Entscheidung, den Passat im Jahr 2001 nur noch auf Sommersaison zuzulassen und 3. Der Schaden an der Schaltung und die Stilllegung im Jahr 2007. Das gute Stück ist nämlich rosttechnisch am Kommen, wäre eine dieser drei Komponenten nicht gegeben gewesen, dann stünde der jetzt nicht in meiner Garage.

Da wären zum einen beide Radläufe hinten am Falz:



Dann die Unterkanten der beiden Türen:



Und die üblichen Verdächtigen im Kotflügelbereich links, rechts ist gut:



Und blöderweise ist die Batterie wohl auch mal übergekocht:


Jetzt aber zu den angenehmeren Stellen. Die erklären sich von selbst und haben mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert:



Auch der Motorraum zeigt sich nahezu neuwertig:


Auch wenn ich befürchte, dass der letzte Ölwechsel wohl schon einige Zeit zurückliegen muss. Zumindest ist der Filter wohl schon älteren Datums:


Ich habe es mir verkniffen, den Ölstab zu ziehen. Kommt noch und je nach dem werde ich wohl darauf verzichten, den Motor mit der alten Plörre warmlaufen zu lassen.

Auch der Innenraum zeigt sich bis auf den Fahrersitz in sehr gepflegtem Zustand:


Sogar der Einfahrhinweis ist noch vorhanden. So wie sich das gehört!


Ich wollte aber nicht nur knipsen und begutachten und so habe ich mich gleich mal an die Heckklappe gemacht. Die war an einigen Stellen ziemlich verkratzt und ich habe eigentlich nicht gedacht, dass ich das in den Griff kriege. Mit Polierpaste und starker Politur ließen sich die Kratzer aber rückstandslos entfernen. Da war ich echt baff. Auf der anderen Seite bin ich mir ziemlich sicher, dass der Wagen in seinen 38 Jahren noch niemals eine Politur gesehen hat. Da geht also was.


Freitag, 3. April 2015

Dreieinhalb Jahre war ich clean...

... und habe kein Auto gekauft. Das ist echt ne Leistung, doch dann wurde ich schwach. Vor einigen Wochen erreichte mich eine Email, in der ich gefragt wurde, ob ich Interesse an einem Passat B1 hatte. Hatte ich eigentlich nicht, der Wagen stand noch dazu relativ weit von mir weg und so habe ich etwas lustlos und eher routinemäßig nach den Eckdaten gefragt. Folgende Email kam dann zurück:

Hallo Johannes,
hier weitere Daten über den Passat.
Zulassung Juli 1978, Typ B, S, rechteckige Scheinwerfer
Kilometerstand 54.000 (sog. Opawagen)
Farbe weiss, Schiebedach (zum Kurbeln).
Fahrzeugbrief ist vorhanden.
Alles Original, ein Heckteil wurde neu lackiert.
Der Wagen steht seit ca. 15 Jahren still, da ein Defekt aufgetreten ist:
Ein Plastikteil am Schaltgestänge ist kaputt (Teile-Nr. 823.711.281 c)
Das Teil sollte damals nur ein paar Mark kosten, war aber nirgends aufzutreiben.
Die Batterie habe ich anderweitig verwandt. Seit damals steht der Wagen in einer Garage.
Ich habe keinen Rost gesehen, die Polster haben leichte Stockflecken, das Originalradio hat einen losen
Senderknopf, die Reifen werden langsam platt, sonst scheint mir der Wagen o.k.
Leider habe ich kein Smartphone, um dir Fotos zu senden (ich bin Neueinsteiger in der DV).
Ich wohne im Kreis Neuwied Rhein
LG Jürgen


Ich hätte mal besser nicht fragen sollen, denn mit jeder Email und dem später folgenden Telefonat erschien mir der Wagen immer attraktiver. Ich war gefangen, wie man so schön sagt und so wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Mein Terminkalender war ziemlich voll, das hat mich aber nicht davon abgehalten, nach Schulschluss am Freitag und vor dem Tag der offenen Tür am Samstag um 9.00 Uhr mit anschließender Abfahrt in die Schweiz übers Wochenende zum Skifahren noch schnell dazwischen die 1000km in die Nähe von Bonn abzureißen. Die Anreise war schon ganz spannend, denn nach einem LKW-Brand direkt an einem Autobahnkreuz mit anschließender, eigenmächtiger Abkürzung über den Grünstreifen um die Fahrbahn zu erreichen, ging dann auf einmal und 10km vorm Ziel plötzlich gar nichts mehr, damit hatte ich absolut nicht gerechnet:


     
Spannend war auch die anschließende Besichtigung, denn eines war ganz schnell klar: nämlich, dass ich den da nicht stehenlassen werde. 





Bei einem Kaffee ging es zunächst an die Sichtung der Papiere (vom Kaufvertrag über das Originalprospekt von damals bis hin zum letzten TÜV-Bericht war noch alles da, sowie ich es mag) und dann an die Preisverhandlung. Die war etwas ungewöhnlich, denn der Verkäufer wusste nicht wirklich, was er verlangen sollte. Wir hatten im Vorfeld vereinbart, dass wir uns auf einen fairen Preis einigen, der für beide Seiten gut ist. Das war nicht so einfach, nach einigem hin und her sind wir uns dann aber einig geworden. Fürs Erste, denn ich musste schnell wieder heim und konnte den Wagen ja nicht gleich mitnehmen.

Als Termin wurde der Dienstag in der ersten Ferienwoche vereinbart und so habe ich mein Werkzeug eingepackt, den Anhänger mitgenommen und dann konnte es losgehen. Ich wusste ja nicht, dass ich mir einen der dümmsten Tage des Jahres ausgesucht hatte mit Sturmböen und Starkregen. Je weiter es aber Richtung Norden ging, um so besser wurde das Wetter und so konnte ich den Wagen auch ganz gut aufladen. Mit dem Mehrzweckanhänger dauert das immer ein bisschen, aber ich hatte ja diesmal Zeit. Erst mal den Wagen aufbocken und den ersten Gang per Hand von unten rausnehmen. Mit der defekten Schaltung ließ sich der noch einlegen, aber nicht mehr herausnehmen. Dann erst mal im Hof mit Muskelkraft drehen. Mit sehr viel Muskelkraft, denn die Reifen waren recht platt. Ich hatte extra einen Kompressor mitgenommen, jedoch hat der Wagen in seiner Grundausstattung keinen Zigarrenanzünder. Und das in den 70ern. Verdammt, hätte ich das gewusst,hätte ich ihn nicht genommen... ;-).





Nachdem das Geschäftliche erledigt war, ging es erst mal zum Fotoshooting runter an den Rhein.



Und wieder auf die Fähre, bei der Überfahrt zwei Wochen vorher habe ich schon gleich mal gefragt, ob sie Hänger auch mitnehmen...


Als der Kassierer kam, meinte er "Oh, ein Passat!". "Ja, gleich zwei" war meine Antwort.

Der Wagen wird mich die kommenden Wochen sicher beschäftigt halten, ein bisschen Arbeit ist schon dran. Mal sehen, vielleicht ist das ja der Wiedereinstieg in die Blogwelt...